Wohin mit dem vielen grünen Strom?

BASF hält an Mega-Solarpark fest

Auf einer Fläche von 100 Hektar nördlich des BASF Werks, auf Frankenthaler Gemarkung, soll er entstehen: der Mega- Solarpark. Doch wohin mit dem ganzen grünen Strom? Ab ins Netz? Geht nicht, sagt die zuständige Pfalzwerke Netze AG.

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Von Autor/in Nicoletta Prevete

Das Ziel ist klar: 2030 soll der Strom in Rheinland-Pfalz zu 100 Prozent aus regenerativen Energien stammen. Das ist ganz schön bald. Und daher hat man den Eindruck, auf jedes Schuldach, auf jedes Rathaus und auf jeden Parkplatz kommen Photovoltaikanlagen drauf. Auch in der Pfalz.

BASF plant Mega Solarpark nördlich des Werks

Dazu kommen Pläne für große Photovoltaikanlagen auf Freiflächen. Etwa der Mega-Solarpark der BASF. Den will das Chemieunternehmen nördlich des Werks auf Frankenthaler Gemarkung bauen. Entsprechende Planungen liegen der Stadt Frankenthal zur Prüfung vor. Und wenn alles glatt geht, will die BASF im Herbst 2026 für den Mega-Solarpark den entsprechenden Bauantrag stellen.

Netze an der Kapazitätsgrenze

Doch ganz so einfach ist das nicht mit dem grünen Strom. Gerade weil so viele neue Photovoltaikanlagen am Start sind, kommt es in Sonnen-Spitzenzeiten zu einer "Überkapazität", sprich da wird so viel Strom aus Sonnenlicht erzeugt, dass die bestehenden Netze den ganzen grünen Strom gar nicht aufnehmen können.

Solaranlagen auf einer Wiese

Wie viel Strom kann ins öffentliche Netz?

Erst recht nicht, wenn man so viel Strom erzeugen will, wie das BASF mit seinem Solarpark vor hat. Die Idee war, den grünen Strom komplett der Stadt Frankenthal bzw. den Frankenthaler Stadtwerken zu Gute kommen zu lassen. Doch daraus wird nichts, sagt die zuständige Pfalzwerke Netze AG.

Denn der neue Mega-Solarpark könnte so viel Strom erzeugen, dass man damit eine Stadt wie Kaiserslautern ein und eineinhalb Mal versorgen könne, so eine Pfalzwerke Netze AG-Sprecherin. Mit dem Solarpark sollen laut BASF 140.000 Megawattstunden (MWh) Strom pro Jahr erzeugt werden. Aber laut Pfalzwerken sind die bestehenden Netze nicht geeignet. Und so schnell auch nicht ausbaubar, damit sie mit solchen Stromkapazitäten klar kommen.

Der Bau von Photovoltaikanlagen braucht Platz. In der Eifel hat ein Verteilungskampf um die Flächen begonnen.
Der Bau von Photovoltaikanlagen auf Freiflächen ist beliebt - aber nicht immer kriegt man den ganzen grünen Strom ins Netz.

Solar-Strom fürs eigene Werk

Denn: Pumpt man ohne Ende Solarstrom ins Netz sorgt man sogar für den gegenteiligen Effekt: statt Strom satt gibts Stromausfall, vereinfacht ausgedrückt. BASF prüft daher aktuell, laut einem Sprecher, wie viel Solarstrom tatsächlich ins öffentliche Netz fließen könnte und wie viel im eigenen Werk genutzt werden kann.

Beste Lösung: Vor Ort Strom erzeugen und verbrauchen

Eine Lösung, die von vielen Kommunen und Kreisen in der Pfalz klar bevorzugt wird, wie eine kleine Umfrage von SWR Aktuell ergeben hat: Erzeugten Strom direkt vor Ort nutzen und sich nicht um einen Platz im öffentlichen Netz rangeln.

Solaranlagen auf Schuldächern, Kitas, Parkplätzen und Deponien

In Landau werden gleich mehrere Schulen und Sporthallen mit einer Photovoltaikanlage vor Ort versorgt, dort füttert der eigens erstellte Strom zugleich eine Wärmepumpe. In Grünstadt werden neben Schulen auch Horte und Kitas mit dem eigenen Solarstrom versorgt.

Eine Photovoltaikanlage ist auf dem Dach einer Kita in der Ortsgemeinde Ober-Olm montiert

Im Landkreis Südliche Weinstraße versorgt sich der Wildpark Silz selbst mit Solarstrom. Außerdem entstehen PV-Anlagen auf Parkplätzen und ehemaligen Deponien samt Speichermöglichkeit für die Sonnenenergie vor Ort.

Die Stadtwerke Speyer bieten sogar ein Regionalstromprodukt an. Der Strom stammt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Anlagen aus Speyer und der näheren Umgebung oder wie eine Sprecherin der Stadt es nennt: Strom "von hier für hier."

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