Nach den neusten Beschlüssen ist es so gut wie sicher, dass es ab dem 1. Januar 2026 einen Verbund zwischen den Universitätskliniken Mannheim (UMM) und Heidelberg geben wird. Die Sprecher des UMM-Betriebsrats sowie der Gewerkschaft ver.di Rhein-Neckar begrüßen das. Ihr Traum wäre ein eigenständiges Universitätsklinikum in Mannheim gewesen, wie sie sagen, aber der Verbund sei die zweitbeste Lösung. Die Hoffnung ist groß, dass er sich positiv auf Beschäftigte und Patienten auswirken wird. Spürbare Veränderungen seien allerdings erst mittel- bis langfristig zu erwarten.
Verbund der Universitätskliniken Mannheim und Heidelberg: Kündigungen sind nicht vorgesehen
Vorrangiges Ziel des Verbunds ist, dass das UMM finanziell künftig auf sicheren Beinen steht. In der Vergangenheit war es wegen eines komplizierten Trägerschaftskonstrukts zu einer enormen Belastung für die Stadt Mannheim geworden. Durch den Verbund mit Heidelberg soll sich das ändern. Langfristig soll das unter anderem dazu führen, dass man durch die Zusammenlegung bestimmter Bereiche Stellen einspart - zum Beispiel in der Verwaltung. Tatsächlich vertrauen Personalrat und die Gewerkschaft ver.di aber auf die Zusage, dass es vorerst keine betriebsbedingten Kündigungen geben soll.
Es ist auf jeden Fall für uns ein guter Tag, weil er den Standort und Arbeitsplätze sichert.
Betriebsrat und Gewerkschaft hoffen, dass die Klinikverwaltungen möglichst bald das Gespräch zu ihnen suchen. Es gehe darum, den Prozess so zu begleiten, dass er sozialverträglich ist, so Michel Zimmer von ver.di Rhein-Neckar.
Klinikverbund Heidelberg-Mannheim: Medizinisches Konzept muss noch ausgehandelt werden
Unklar ist noch, wie das medizinische Konzept aussehen soll und ob es bestimmte Leistungen künftig nur noch an einem der beiden Standorte geben wird. Der Betriebsratsvorsitzende Heller räumt ein, dass er ein wenig Bauchschmerzen habe, weil das Uniklinikum Heidelberg nun so etwas wie die "Konzernmutter" wird. Insgesamt sei er jedoch zuversichtlich, dass das UMM nicht übervorteilt werde. Weil alle Beteiligten mit dem klaren Anspruch gestartet seien, besser zu werden. "Es kann nur gemeinsame Lösungen geben. Das wird dann eben auszugestalten sein", so Heller.
Neuer Medizinstandort Heidelberg-Mannheim jetzt "Charité am Neckar"?
Der Verbund Heidelberg-Mannheim wird einer der größten Klinikumsstandorte in Deutschland, vergleichbar mit der Charité in Berlin. Michel Zimmer von ver.di Rhein-Neckar erhofft sich davon Fortschritte für die ganze Region: in der medizinischen Versorgung von Patientinnen und Patienten, in der Forschung und Lehre und in den Kooperationsmöglichkeiten mit Medizinunternehmen.
Ich erhoffe mir von dem eh schon guten Renommee sowohl in Heidelberg als auch in Mannheim noch mal einen zusätzlichen Schub für den Doppelstandort Mannheim und Heidelberg.
Wer in den nächsten Monaten zur Behandlung an das Universitätklinikums Mannheim oder Heidelberg geht, wird aber vorerst wahrscheinlich nur eines spüren: Erleichterung bei den Beschäftigten, dass das jahrelange Hin und Her vorbei ist. Die Klarheit tue allen gut, so die Arbeitnehmervertreter.