Vier Männer müssen für jeweils drei bis sieben Jahre ins Gefängnis, weil sie ein ganzes Netzwerk an Firmen gegründet hatten, um Schwarzarbeit zu verheimlichen. Zwei weitere Angeklagte erhielten Bewährungs- und Geldstrafen und müssen gemeinnützige Arbeit verrichten. Das teilte das Hauptzollamt Karlsruhe am Montag mit. Die Behörde bezieht sich dabei auf ein Urteil des Mannheimer Landgerichts vor über einer Woche.
Großangelegte Razzia - 600.000 Euro in Waschmaschine in Viernheim
Der Zoll hatte gegen das illegale Netzwerk seit Anfang 2023 ermittelt, nachdem mehrere Meldungen wegen des Verdachts der Geldwäsche eingegangen waren. Das teilte das Hauptzollamt in Karlsruhe mit. Daraufhin gab es eine groß angelegte bundesweite Razzia, an der mehr als 350 Zoll-Beamte beteiligt waren. Der Schwerpunkt war in der Rhein-Neckar-Region. Die Ermittler entdeckten bei den Durchsuchungen unter anderem 600.000 Euro in bar, die in Viernheim (Kreis Bergstraße) in einer Waschmaschine versteckt waren.
Die Zoll-Mitarbeiter fanden bei der Razzia heraus, dass die nun verurteilten Männer jahrelang zahlreiche Mitarbeiter in der Baubranche schwarz beschäftigt hatten. Der Sozialkasse entgingen dadurch etwa neun Millionen Euro an Sozialversicherungsbeiträgen. Mit der Gründung mehrerer Scheinfirmen täuschten die Täter vor, tatsächlich wirtschaftlich aktive Firmen zu betreiben und bereicherten sich dadurch auch mit großen Summen selbst. Damit wollten die Täter auch Schwarzarbeit verheimlichen.
Illegales Netzwerk wurde zerschlagen
Das Landgericht Mannheim folgte laut Hauptzollamt Karlsruhe den Ermittlungsergebnissen des Zolls. Es ordnete an, Vermögenswerten in Millionenhöhe bei den Männern einzuziehen. Das illegale Netzwerk wurde zerschlagen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.