Insekten fressen junge Triebe an Bäumen

Schwärme von Maikäfern im Hessischen Ried

Wenn die Sonne untergeht, fängt das große Brummen an. Im Hessischen Ried schwärmen die Maikäfer aus. In wenigen Tagen werden es Millionen von Insekten sein.

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Von Autor/in Stephanie Ley

Es ist ein Naturspektakel der besonderen Art: Mit dem warmen Wetter der zurückliegenden Tage kommt der Massenflug der Maikäfer in Schwung. Vor allem in den Abendstunden brummt und fliegt es derzeit in den Wäldern des Hessischen Rieds.

Fachleute rechnen mit bis zu einer halben Milliarde Maikäfer

Betroffen sind laut Forstamt Lampertheim insbesondere die Flächen zwischen Viernheim und Lampertheim (Kreis Bergstraße), sowie die Wälder rund um Groß-Gerau und Darmstadt. Aber auch im Käfertaler Wald in Mannheim rechnet der Forstexperte mit einem gewaltigen Ansturm der rot-braunen Krabbler. Insgesamt könnten bis zu einer halben Milliarde Maikäfer ausschwärmen.

Maikäfer
Maikäfer waren durch den Einsatz von Insektiziden fast ausgestorben. In den vergangenen Jahren haben sich die Stämme wieder erholt. picture alliance/dpa | Boris Roessler

Maikäfer-Schwärme fliegen alle vier Jahre

Den Massenflug gibt es in der Regel alle vier Jahre. Solange dauert der Entwicklungszyklus der Insekten von der Eiablage, über die verschiedenen Stadien der Engerlinge, bis sich schließlich aus den verpuppten Larven die Jungkäfer bilden.

Zahlreiche Tiere der Maikäfer-Population in Südhessen sind jetzt schon geschlüpft. Nun schwärmen die hungrigen Insekten aus, um auf Nahrungssuche zu gehen und sich fortzupflanzen. Auf dem Speiseplan steht vor allem das zarte Laub von Eichen, Buchen und Obstbäumen.

Für gesunde Bäume ist der Kahlfraß durch Maikäfer kein großes Problem. Sie bilden einfach neue Triebe aus.

Mehr Kopfzerbrechen bereiten Steffen Hering die Engerlinge des Maikäfers. Die weißen Larven leben im Boden und fressen sich an Baumwurzeln dick und rund. Dabei richten sie teils massive Schäden an. Die Engerlinge gedeihen vor allem in einem trockenen und warmen Untergrund prächtig. Durch die jahrhundertelange Entwässerung der ursprünglichen Auenlandschaft im Hessischen Ried herrschen dort für den Maikäfer ideale Bedingungen, erklärt der Biologe Bernd Petri vom Naturschutzbund (NABU) Hessen.

Die Bäume sind durch die Trockenheit und den Klimawandel ohnehin schon geschwächt. Jetzt setzt der Maikäfer dem Wald zusätzlich zu.

Maikäfer
picture alliance /dpa | Patrick Seeger

Anders dagegen in der Schwetzinger Hardt wenige Kilometer entfernt. Dort ist von einer Maikäfer-Plage weit und breit nichts zu sehen. Zwar würden auch in den Wäldern rund um Oftersheim und Reilingen (Rhein-Neckar-Kreis) Millionen von Engerlingen in den Böden leben, erklärt Achim Freund vom Forstrevier Rheintal-Nord. Doch diese gehörten zum nordbadischen Stamm, der andere Flugjahre hat. Die Population brauche noch zwei Jahre, bis sich die Larven verpuppen und Käfer schlüpfen. Mit Massenflügen rechnet der Förster dort deshalb erst im Mai 2028.

Massenflug der Maikäfer nur von kurzer Dauer

Für viele Vogelarten seien Maikäfer zudem eine willkommene Nahrungsquelle, erklären die Naturschützer vom NABU. So sind die Insekten etwa für Eulen, Krähen und Greifvögel ein proteinreicher Leckerbissen.

Das einmalige Naturphänomen dauert übrigens nur bis etwa Mitte Mai. Dann legen die Weibchen ihre Eier und die Käfer sterben ab.

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Stephanie Ley
Stephanie Ley aus dem SWR Studio Mannheim

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