Zwei der fünf geplanten Wohnhäuser in Mannheim-Käfertal stehen schon: Nördlich des Turbinenwerk-Areals sollen Anfang kommenden Jahres etwa 220 Menschen einziehen - vor allem Geflüchtete. In jedes Gebäude soll aber auch eine Wohngemeinschaft aus Studierenden oder Auszubildenden einziehen. Das Ziel: Gemeinsam leben und Anschluss finden.
WGs mit vier bis 12 Menschen
In den Wohnungen sollen jeweils Gruppen von vier bis zwölf Menschen wohnen. Neben den standardisierten Doppelzimmern à 15 Quadratmeter gibt es in jeder Wohneinheit jeweils zwei Bäder und eine Küche. In einem der insgesamt fünf Häuser ist ein Gemeinschaftsraum geplant. Auch eine Spielfläche für Kinder soll es geben. Das Projekt dient als Übergangslösung, die Bewohner sollen planmäßig bis zu zwei Jahre dort wohnen.
Gemeinsames Wohnen soll Integration fördern
Es sei das erste Mal, dass man ein derartiges Modell probiere, sagte der Mannheimer Wirtschaftsbürgermeister Thorsten Riehle (SPD) bei einer Besichtigung der Baustelle dem SWR. "Wir erhoffen uns ganz viel davon." Unter anderem, dass die jungen Menschen mit den Geflüchteten in Kontakt kommen.
Am Ende steht die Frage: Wie kann Integration am besten gemeinsam gelingen?
Studierende und Auszubildende in Wohnungsnot könnten sich bald im Rahmen eines "Castings" um einen Platz bewerben, so Riehle. Man achte aber auch auf die Zusammenstellung der Häuser. Das Ziel sei schließlich, dass es für alle passt.
Klimaeffiziente Bauweise
Besonders an den Häusern ist die Bauweise aus Massivholz, die weniger klimaschädlich als konventionelle Bauten sein soll. Die Dächer der Häuser sollen noch begrünt werden. Alle Gebäude entsprechen dem KfW 40 Standard, sind also sogenannte Effizienzhäuser und haben nur einen geringen Wärmeverlust.
Viele Elemente der Häuser werden in Serie vormontiert: So werden zum Beispiel die Bäder einfach in die Gebäudehüllen hineingehoben. Diese "serielle Bauart" beschleunigt den Fertigungsprozess, sodass die ersten Bewohner schon im Februar 2026 einziehen können - nach nur sieben Monaten Bauzeit.