Gespräche über Kauf des Geländes durch die Stadt stocken

Bundeswehr bestätigt Prüfung der früheren US-Kaserne Patrick-Henry-Village in Heidelberg als Standort

Die Bundeswehr hat dem SWR bestätigt, dass die frühere Kaserne Patrick-Henry-Village als Militär-Standort geprüft wird. Heidelberg plant dort eigentlich einen neuen Stadtteil.

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Die Stadt Heidelberg will das ungefähr 100 Hektar große Patrick-Henry-Village (PHV) zu einem neuen Stadtteil entwickeln und dafür das Gelände am westlichen Stadtrand kaufen. Doch die Verhandlungen mit der für Immobilien des Bundes zuständigen Bundesanstalt BImA stocken, denn die Bundeswehr ist mit im Spiel.

Eine offizielle Bestätigung der Pläne liegt dem SWR jetzt vor. Dabei würden "bundesweit Infrastrukturbedarfe geprüft, vorrangig unter Nutzung bestehender Unterbringungsmöglichkeiten. Auch die Liegenschaft Patrick-Henry-Village Heidelberg ist Teil dieser andauernden Prüfung", so ein Sprecher des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr.

Die Liegenschaft "Patrick-Henry-Village Heidelberg" ist Teil dieser andauernden Prüfung.

Bundeswehr-Standort in Heidelberg: Die aktuelle Weltlage spielt mit

Die Verhandlungen zwischen der Stadtverwaltung und der BImA seien weit fortgeschritten, informiert die Stadt Heidelberg auf Anfrage des SWR. Aber jetzt kam es zu dem vorläufigen Stopp der Verkaufsverhandlungen, wie die Stadt bestätigt, weil die Bundeswehr das Gelände auf Verwendung prüft: "Die Stadt Heidelberg rechnet aktuell damit, dass diese Prüfungen sicherlich ein halbes Jahr dauern werden und erst dann die Ankaufsgespräche fortgesetzt werden können.

Die aktuelle Weltlage mit dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine und der Wiederaufrüstung der Bundeswehr spielt eben eine Rolle. Liegenschaften in ganz Deutschland sind deshalb wieder interessant geworden. Bundesweit werden Areale im Besitz der BImA überprüft, ob die Bundeswehr sie gebrauchen kann.

Architekturmodell Patrick-Henry-Village
Auf 100 Hektar Fläche sollte ein Musterquartier für die "Wissenstadt von morgen" entstehen: vielfältig, ökologisch, nachhaltig und sozial gerecht.

Jahrelange intensive Planung

Die Entwicklung des früheren US-Areals ist seit Jahren intensiv in der Planung und Diskussion in Heidelberg. So war durch einen Bürgerentscheid festgelegt worden, das Ankunftszentrum nicht zu verlegen, sondern im Norden des neuen Stadtteils PHV auf 40 Hektar neu zu bauen. Das hatte allerdings Befürchtungen ausgelöst, das Interesse von Investoren könne wegen der Nähe zum Ankunftszentrum sinken.

Große Pläne der IBA für das PHV

Die Internationale Bauaustellung (IBA) hatte hochfliegende Pläne für das Gelände. Die IBA ist ein Instrument für Stadt- und Regionalentwicklung, das über viele Jahre läuft und Projekte in Architektur, Städtebau, Landschafts- und Sozialplanung bündelt. Es gibt berühmte Beispiele in Deutschland für Internationale Bauaustellungen, wie in Berlin, im Emscher Park im Ruhrgebiet oder in Hamburg.

In einer Pressemitteilung vom Januar 2024 hat die Stadt Heidelberg davon gesprochen, das PHV in eine "Wissensstadt der Zukunft" zu verwandeln. Dafür wurde ein "Dynamischer Masterplan" entwickelt, der den Ankauf der Flächen umfasst.

Früher wohnten dort vor allem US-Army-Soldaten und ihre Angehörigen. Nach dem Abzug der US-Army aus der Region wurde das Gelände an die die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) übergeben. Die BImA ist damit für den Verkauf der Immobilien an die Stadt Heidelberg verantwortlich.  

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SWR Aktuell Baden-Württemberg SWR BW

Erstmals publiziert am
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Autor/in
Danilo Quarta
Profilbild von Danilo Quarta Volontär 2023
Christian Scharff
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