Studentenwohnreport veröffentlicht

Miete in BW: Studierende zahlen in Heidelberg am meisten

Heidelberg bleibt für Studenten die teuerste Stadt in Baden-Württemberg und auch in Deutschland nach den großen Städten. Doch auch andere Unistädte im Land sind nicht günstig.

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Von Autor/in Christian Scharff

Für Studierende bleibt Heidelberg beim Thema Wohnen der teuerste Standort in Baden-Württemberg. Deutschlandweit liegt die Stadt gleich hinter den großen Städten. Das steht im Studentenwohnreport des in Wiesloch bei Heidelberg ansässigen Finanzdienstleisters MLP, der am Mittwoch erschienen ist. Die Studie hat das Institut der deutschen Wirtschaft erstellt.

In Heidelberg liegen die Kosten demnach für eine kleine Wohnung bei rund 670 Euro, für ein Muster-WG-Zimmer sind es 630 Euro. Damit liegt Heidelberg noch vor Berlin mit 660 Euro für eine Wohnung und 620 Euro für ein WG-Zimmer.

Vonovia Hochhaus - Außenansicht
Ein Hochhaus in Heidelberg

Die Mieten sind in Heidelberg zudem stark gestiegen: Der Studentische Wohnpreisindex stieg im Durchschnitt der letzten drei Jahre um 5,2 Prozent. Das gilt ähnlich auch für andere Universitätsstädte in Baden-Württemberg. Die Gründe: Es gibt einen hohen Studierendenanteil, der zu starker Nachfrage bei knappem Wohnungsangebot führt. Und es gibt Konkurrenz mit anderen Wohnungssuchenden wie Berufseinsteigern. Dazu kommt kaum günstiger Wohnraum im Zentrum, die Nachfrage übersteigt also dauerhaft das Angebot.

Andere Unistädte im Land nicht viel billiger

Mit 644 Euro Warmmiete im Durchschnitt in Freiburg, 640 Euro in Stuttgart oder 571 Euro in Konstanz liegen auch andere Studierendenstädte in Baden-Württemberg nicht weit hinter Heidelberg. Die Zahlen beziehen sich immer auf eine 30-Quadratmeter Musterwohnung. Mannheim und Ulm sind mit 502 bzw. 530 Euro Warmmiete vergleichsweise günstig.

Bei den Mietsteigerungen liegen Freiburg und Konstanz ganz vorn, sie hatten in den vergangenen Jahren im Land die stärkste Mietdynamik.

Trotz Atempause: Druckphase auf dem Wohnungsmarkt steht bevor

Die Mieten werden langfristig weiter steigen, sagen die Autoren der Studie. Die Zahl der Studentinnen und Studenten in Deutschland werde ebenso weiter wachsen, die Zahl der neuen Wohnungen eher nicht. Es sei zwar aktuell eine kleine "Atempause" zu verzeichnen, das bleibe aber nicht so.

Die Autoren fordern deshalb dringend, Baukosten zu senken. Es müsse mehr möglich gemacht und nicht so viel verhindert werden. Baustandards müssten angepasst werden. Außerdem müsse der Bestand stärker genutzt werden, etwa durch Dachausbau oder Aufstockungen.

Überlastung der Studierendenhaushalte

62 Prozent der Studienrendenhaushalte geben demnach mehr als 40 Prozent ihres Einkommens für Wohnen aus. Ohne entschlossene politische Maßnahmen, wie eine Bauoffensive, Bürokratieabbau, schnellere Genehmigungen und mehr studentischen Wohnraum, werde die Lage weiter eskalieren.

Bezahlbarer Wohnraum sei aber entscheidend, um Studierende in Deutschland zu halten - gerade auch internationale Studenten, die für die Fachkräftesicherung wichtig sind.

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