Frauen aus Vietnam bundesweit zum Sex gezwungen

Urteil in Mannheim: Mehrjährige Haftstrafen für Zwangsprostitutionsbande

Das Landgericht Mannheim hat eine Frau und zwei Männer
zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Sie mussten sich unter anderem wegen Zwangsprostitution vor Gericht verantworten.

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Von Autor/in Laura Uzupyte

Eine Frau und zwei Männer sind am Mittwochnachmittag am Mannheimer Landgericht zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden - unter anderem wegen Zwangsprostitution. Das Urteil wurde von einem vietnamesischen Dolmetscher simultan für die Hauptangeklagte übersetzt.

Bandenmäßiges Einschleusen und Zuhälterei

Die Kammer verurteilte die 38-jährige hauptangeklagte Vietnamesin zu fünfeinhalb Jahren Haft. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sie Frauen unter anderem aus ihrer Heimat angeworben und unter falschem Vorwand ein ungarisches Arbeitsvisum beschafft. Die Frauen wurden mit Hilfe von unbekannten Mittelsmännern nach Deutschland geschleust und hier zur Prostitution gezwungen. Neben der Anwerbung und Organisation verwaltete die Vietnamesin die Einnahmen.

Das Gewerbe habe sie zusammen mit zwei Mitangeklagten - einem 38-Jährigen und einem 47-Jährigen - organisiert. Die Vietnamesin hatte laut Kammer einen der Mittäter kennengelernt, als sie selbst als Prostituierte gearbeitet habe. Die Einnahmen habe die Gruppe zu 50 Prozent einbehalten. Die "Jobbeschreibung" der Männer war laut Kammer vielfältig: Sie waren unter anderem für Transporte, Inserate, Anmietung von Wohnungen, Installation von Webcams sowie Betreuung der Frauen zuständig. Die zwei Männer müssen für viereinhalb beziehungsweise drei Jahre und drei Monate ins Gefängnis.

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Bei der Urteilsverkündung wurden zehn Fälle ausführlich erläutert. Die geschädigten Frauen wurden mehrfach zwischen Städten im ganzen Bundesgebiet von einem der Mittäter transportiert - unter anderem zwischen Mannheim, Mainz, Karlsruhe, Baden-Baden, Düsseldorf und Saarbrücken. Eine von ihnen hatte laut Kammer 48 Ortswechsel innerhalb eines Jahres.

Vielen der geschädigten Frauen war bewusst, dass sie illegal in Deutschland waren. Sie sollen sich vor den Behörden gefürchtet haben. Eine von ihnen ist ohne Sachen nach Monaten der Zwangsprostitution geflüchtet, eine andere wurde von der Gruppe herausgeworfen, da sie wegen ihres Alters zu wenige Kunden generierte.

Strafmaß zugunsten der Angeklagten

Alle drei Angeklagten haben keine Vorstrafen. Da die Angeklagten teils komplett gestanden haben, die geschädigten Frauen teils nicht als Zeuginnen ausgesagt haben und die Hauptangeklagte gesundheitlich angegriffen sei, fiel das Urteil milder aus. Noch ist unklar, ob einer der Angeklagten in Revision geht.

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Laura Uzupyte
SWR-Reporterin Laura Uzupyte aus Mannheim

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