Kritik vom Bund der Steuerzahler

Trierer Rotlicht-Container von Sexarbeiterinnen nicht genutzt

Der Steuerzahlerbund kritisiert, dass Trier einen Container für Sexarbeiterinnen bezahlt, der nicht genutzt wird. Denn die Frauen müssten dafür ins Rathaus.

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Stand

Der Container für Prostituierte in Trier hat eine Vorgeschichte. Die Stadtverwaltung Trier hatte den Straßenstrich vor Jahren von der Ruwerer Straße auf die andere Seite der Stadt ins Gewerbegebiet Trier-Euren verbannt. Im April 2023 ließ die Stadt in dem Gewerbegebiet in der Gottbilllstraße einen Container aufstellen. Dort sollten die Sexarbeiterinnen im nachts eher verwaisten Gewerbegebiet Schutz finden können.

Der Bund der Steuerzahler kritisiert, dass die Stadt Trier einen Container für Sexarbeiterinnen anmietet, der nicht genutzt wird. Er soll ihnen Schutz bieten und eine Toilette. Sie müssen sich dafür aber den Schlüssel im Rathaus abholen.
Der kritisierte Container für Sexarbeiterinnen in Trier. Er soll den Frauen, die auf dem Straßenstrich arbeiten, Schutz bieten. Der Container wird allerding nicht genutzt. Marc Steffgen

"Rotlicht"-Container ungenutzt

Im Container gibt es eine Toilette und einen Aufenthaltsraum für die Frauen. Er soll die Prostituierten auch vor Regen und Kälte schützen. Er ist nicht für mögliche Freier vorgesehen. Dieser Schutzraum für die Sexarbeiterinnen war eine freiwillige Geste. Der Stadtrat in Trier habe damit "sichere Bedingungen" für die Frauen schaffen wollen. Doch der Container sei stets abgeschlossen, so heißt es im Schwarzbuch, das der Bund der Steuerzahler jetzt veröffentlicht hat.

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Sexarbeiterinnen müssten Schlüssel im Rathaus abholen

Denn wenn eine Prostituierte den Container nutzen möchte, muss sie sich zuerst im Rathaus, Ordnungsamt oder Gesundheitsamt den Schlüssel abholen. Der Bund der Steuerzahler hält es für unwahrscheinlich, dass das in der Praxis so läuft. Bisher habe noch nie eine Prostituierte im Rathaus oder einem der Ämter nach dem Schlüssel gefragt. Dabei habe - zitiert der Bund der Steuerzahler die Stadtverwaltung - die Stadt wiederholt die Prostituierten über den Container informiert.

Viele Gründe für Nichtnutzung des Containers

Die Stadtverwaltung führt es darauf zurück, dass sexuelle Dienste heutzutage mehr im Internet angeboten würden und in Hotels und Privatwohnungen, weniger auf der Straße. Sie geht dabei von einem grundsätzlichen Trend aus. Der Bund der Steuerzahler vermutet eher, dass der Container nicht genutzt wird, weil der Schlüssel dafür im Rathaus abgeholt werden müsse.

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Kosten für "Rotlicht"-Container

Allerdings koste auch der leerstehende Container in Trier die Steuerzahler Geld. Und zwar fallen pro Jahr an Miete und Nebenkosten mehr als 5.600 Euro an. Der Bund der Steuerzahler sagt, der "Rotlicht"-Container gehöre in die Kategorie "gut gemeint ist nicht immer gut gemacht". Man hätte wissen können, dass das Projekt in dieser "realitätsfernen" und bürokratischen Form nicht funktionieren würde. Der Bund der Steuerzahler fordert daher nach eigenen Angaben, die Reißleine zu ziehen und den Container wieder aufzugeben.

Container für Prostituierte war Beschluss vom Stadtrat

Die Stadtverwaltung teilte mit, dass der Stadtrat im Jahr 2021 die Verwaltung aufgefordert hatte, für die Straßenprostitution sichere Bedingungen zu schaffen. Dazu gehörte auch, sanitäre Anlagen bereitzustellen. Und den Sexarbeiterinnen die Möglichkeit zu geben, sich vor Regen und Kälte zu schützen. Daraufhin wurde ein Container angemietet.

Prostituierte auf das Angebot aufmerksam machen

Die Stadtverwaltung habe alle Möglichkeiten genutzt, um Sexarbeiter und Sexarbeiterinnen über das Angebot zu informieren. Auch mit Hilfe von Sozialarbeiterinnen, die mit ihnen Kontakt haben. Die Prostituierten, die sich neu in Trier angemeldet haben, hätten den Schlüssel auch direkt mitnehmen können. Dafür habe kein Antrag gestellt werden müssen. Es gebe etwa 20 Schlüssel, da der Bedarf nicht klar eingeschätzt werden konnte.

Bedingungen für Sexarbeit verbessern

Zwei Jahre lang sei der Container nicht genutzt worden. Die Verwaltung will daher dem Stadtrat vorschlagen, den Container wieder wegzunehmen. Jedoch stehe die Verwaltung nach wie vor hinter dem Anliegen des Stadtrats, die oft schwierigen bis menschenunwürdigen Bedingungen für Sexarbeit zu verbessern. Offenbar gebe es für die Straßenprostitution in Trier in dieser Form keinen ausreichenden Bedarf, wie sich jetzt nach zwei Jahren gezeigt habe.

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