Heidelberg und Eppelheim, Plankstadt und Oftersheim (Rhein-Neckar-Kreis) begrüßen die Entscheidung der Deutschen Bahn in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Denn deren Gemarkungen sind von der neuen Trasse zwischen Mannheim und Karlsruhe kaum betroffen. Die Trasse soll unter Schwetzingen in einem Tunnel verlaufen und meidet die Gemarkungen der anderen drei Kommunen.
Tunnel unter Schwetzingen geplant Neubaustrecke Mannheim-Karlsruhe entlang bestehender Trassen und der A5
Die Vorzugsvariante für die Neubaustrecke der Deutschen Bahn zwischen Mannheim und Karlsruhe steht fest. Sie soll an bestehenden Bahnstrecken und an der A5 entlang verlaufen.
Bahntrasse Mannheim-Karlsruhe: Kommunen unterstützen andere
Für Heidelberg und den Rhein-Neckar-Kreis bedeutet die Trassenführung, dass keine Frei- und Erholungsräume zerschnitten werden. Oftersheims Bürgermeister Pascal Seidel (parteilos) geht auch davon aus, dass die neue Bahntrasse beim Thema Lärmschutz für viele Bürgerinnen und Bürger Entlastung bringt. Denn mit der neuen Variante würden keine Güterzüge mehr auf der bestehenden Strecke Mannheim-Karlsruhe fahren. Gleichzeitig fordert er Hilfe für andere Kommunen.
Jetzt gilt es auch, die nunmehr betroffenen Kommunen aktiv zu unterstützen, insbesondere was den Lärmschutz betrifft. Das ist mir ein großes Anliegen.
Stellungnahmen von Schwetzingen, Hockenheim und Neulußheim
In einer Pressemitteilung betont der Verband Region Rhein-Neckar die Position der drei besonders betroffenen Kommunen Schwetzingen, Hockenheim und Neulußheim (alle Rhein-Neckar-Kreis). Schwetzingen wird untertunnelt, fordert aber den bestmöglichen Schutz für die Siedlungsbereiche.
Laut Oberbürgermeister Matthias Steffan (parteilos) ist Schwetzingen aufgrund seiner Verkehrsinfrastruktur mit B535, B36, Bahnlinien, ICE-Strecke und A6 schon stark mit Lärm belastet. Eine künftige Tunnellösung werde den Lärm durch Güterverkehr deutlich verringern. Die Tunnelführung müsse aber Rücksicht auf die Siedlungs- und Wohnbereiche Schwetzingens nehmen. Man habe dazu bereits Gespräche mit der Deutschen Bahn ausgemacht. Die Belastungen einer Tunnelbaustelle müssten noch im Detail geprüft werden.
Die Priorität im Hinblick auf die künftigen Planungen und die technische Umsetzung liegt dabei klar auf dem Wohlergehen der Schwetzinger Bürgerinnen und Bürger.
Die Stadt Hockenheim sieht die Notwendigkeit für verbesserten Lärmschutz und weist auch darauf hin, dass die bereits in einem Urteil des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg im Jahr 2021 bestätigten Schallschutzmaßnahmen in Hockenheim endlich umgesetzt werden müssten. Die Gemeinde Neulußheim will erreichen, dass der Lärmschutz bereits vor dem Bau der neuen Gleise umgesetzt wird - nicht erst danach. Hintergrund sei die jahrzehntelange Verzögerung zugesagter Maßnahmen in Hockenheim.
Deutsche Bahn informierte bei Dialogforum
Die Entscheidung für die Trasse war von der Deutschen Bahn in einem Dialogforum im Karlsruher Südwerk mitgeteilt worden. Dazu waren rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den betroffenen Städten und Gemeinden gekommen. Es herrschte nach Angaben eines Bahnsprechers gute Stimmung. Von den Vertretern der Bundesländer Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg sei der transparente Prozess sowie die Beteiligung der Region gelobt worden, heißt es in einer Pressemitteilung des Dialogforums Mannheim-Karlsruhe.
Sorge um den Lärmschutz an der Bahnstrecke
Allerdings mischt sich in das Lob auch Sorge. Die Bahnstrecke wird in ferner Zukunft ein "Hochleistungskorridor" mit vier Gleisen sein. Das weckt Befürchtungen, dass noch mehr Bahnlärm auf die Anwohnerinnen und Anwohner zukommt. Die jetzt festgelegte Vorzugsvariante führt durch den Bahnhof Hockenheim (Rhein-Neckar-Kreis), dann weiter über Neulußheim (Rhein-Neckar-Kreis) bis Waghäusel (Landkreis Karlsruhe) und weiter an der A5 entlang. Auch im Landkreis Karlsruhe wird der Kampf um verbesserten Lärmschutz jetzt beginnen.
Mannheims OB Specht: Passage ungeklärt
Der Oberbürgermeister von Mannheim, Christian Specht (CDU), begrüßt die Festlegung der neuen Trasse, weist aber auf das ungelöste Problem der Mannheim-Passage hin.
Die mit Abstand wichtigste Herausforderung bleibt weiter völlig ungelöst: Die Durchfahrt durch den massiv überlasteten Knoten Mannheim.
Kaum eine andere Stadt in Deutschland sei so massiv von Bahnlärm betroffen wie Mannheim, so Specht. Gleichzeitig behindere die Überlastung massiv den S-Bahnverkehr: "Daher brauchen wir dringend den schon lange geforderten Güterverkehrstunnel."
Ein Sprecher der Deutschen Bahn erklärte vor der Presse, dass erst im kommenden Jahr die Entscheidungsfindung darüber beginnen könne.