Die Neubaustrecke Mannheim-Karlsruhe orientiert sich ab Mannheim also zunächst an der bestehenden Bahntrasse. Die jetzt geplante Trasse würde südlich von Mannheim starten, in Richtung Schwetzingen (Rhein-Neckar-Kreis) verlaufen. Die Stadt soll mit einem Tunnel unterquert werden, und dann über Hockenheim, Neulußheim (Rhein-Neckar-Kreis) und Waghäusel im Landkreis Karlsruhe den Weg an die A5 finden. Etwa ab Forst im Landkreis Karlsruhe verläuft sie weiter parallel zur Autobahn. Die Deutsche Bahn hat die Festlegung der Vorzugsvariante am Montag bekannt gegeben.
Acht Streckenvarianten wurden geprüft. In 15 Dialogforen und 16 Workshops hat sich diese Variante als die beste herausgestellt, so die Bahn. Damit ist eine Hauptforderung von Heidelberg, Schwetzingen, Oftersheim und Plankstadt erfüllt, mit der Neubaustrecke keine Natur- und Erholungsräume zu durchschneiden. Auch mehrere Bürgerinitiativen haben dafür gekämpft.
Zwei zusätzliche Gleise
Die Neubaustrecke Mannheim-Karlsruhe soll zwei Gleise zu den bestehenden zwei Gleisen hinzufügen. Viergleisig soll in Zukunft der wachsende Güterverkehr auf der Rheinachse von den Nordseehäfen über die Schweiz bis nach Italien bewältigt werden. Und die neuen Gleise sind auch für den Fern- und Regionalverkehr. Es ist also kein reines Güterverkehrsprojekt.
Zusammenhang mit Frankfurt-Mannheim
Die Ausbaustrecke ist seit 2019 in der Planung, im Bundesverkehrswegeplan steht sie seit 2016. Das Projekt hängt eng mit der geplanten Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim zusammen. Zwischen beiden Städten soll eine neue zweigleisige Hochgeschwindigkeitsstrecke entstehen.
Diese Neubaustrecke wird die gerade sanierte Riedbahn entlasten und zusammen mit dem vierspurigen Ausbau Mannheim-Karlsruhe den Bahnverkehr in einem "Hochleistungskorridor" bündeln. Zusammen mit dem Projekt Karlsruhe-Basel entsteht eine durchgehend viergleisige Strecke von Frankfurt bis Basel.
Die Argumente der Kommunen und Bürgerinitiativen
Zentrale Argumente der Gegner einer Trassenführung abseits bestehender Strecken zwischen Mannheim und Karlsruhe waren: Keine Zerschneidung der Gemeinden, keine Zerstörung gewachsener Ortsstrukturen, Schutz der Landwirtschaft und kein Verlust von Flächen.
Hinzu kam der Schutz von Biotopen und geschützter Arten sowie der Lärmschutz. Auch in Limburgerhof (Rhein-Pfalz-Kreis) und vom Verband Region Rhein-Neckar sowie von Bürgerinitiativen bei Karlsruhe kamen kritische Stellungnahmen. Stutensee, Karlsdorf-Neuthard, Rheinstetten und andere haben im Rahmen des Dialogforums und Raumordnungsverfahrens ebenfalls Kritik und Forderungen eingebracht.
Die neue Gleise werden zu einem Anstieg der Lärmbelastung im Landkreis Karlsruhe führen. Dort wird verbesserter Lärmschutz angemahnt.
Zufriedenheit, aber auch Sorge wegen mehr Lärm Reaktionen auf Festlegung der Bahntrasse Mannheim-Karlsruhe
Die Reaktionen auf die Vorzugsvariante für die Eisenbahntrasse Mannheim-Karlsruhe fallen zunächst positiv aus. Allerdings mischt sich darin die Sorge wegen mehr Bahnlärm.
Mannheim-Passage noch kein Thema
Die jetzige Trassenfestlegung bezieht sich nicht auf die Strecke durch Mannheim zwischen dem Ende der Riedbahn in Mannheim-Waldhof im Norden und dem Rangierbahnhof in Süden.
Es gibt Tunnelvarianten und es wird die Nutzung der Bestandsstrecken geprüft, vor allem der östlichen Riedbahn. Es ist auch nicht klar, ob dafür überhaupt zwei zusätzliche Gleise benötigt werden. Die Entscheidung für die Vorzugsvariante durch Mannheim soll erst im kommenden Jahr in Angriff genommen werden, wenn die Prognose der Zugzahlen für das Jahr 2040 vorliegt.