Das Brüderklinikum Julia Lanz reagiert auf "schwierige Bedingungen für Krankenhäuser" und schließt in den kommenden Monaten mehrere Abteilungen am Mannheimer Theresienkrankenhaus. Wie das Brüderklinikum am Donnerstag bestätigte, werden bis zu 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren. Geschlossen werden die Gefäßchirurgie, die Hals-Nasen-Ohren-Belegabteilung, die Urologie (am Diakonissenkrankenhaus) und die Pneumologie. Weitere medizinische Fachabteilungen sollen in das Mannheimer Diakonissenkrankenhaus, kurz Diako, umziehen. Noch in diesem Monat sollen die Sozialverhandlungen mit den Betroffenen beginnen, sagte eine Sprecherin dem SWR.
Zusammenlegung der Krankenhäuser eigentlich bis 2029 geplant
Ursprünglich sollte die Zusammenlegung der beiden Mannheimer Krankenhäuser bis 2029 erfolgen. Die Zukunft, so heißt es weiter, liege künftig in hochspezialisierten Zentren. Konkret bedeutet das, dass das Mannheimer Theresienkrankenhaus am jetzigen Standort komplett aufgelöst werden soll.
Wir sind uns sicher, durch die Zentralisierung den wirtschaftlichen Herausforderungen zukunftsweisend gewachsen zu sein.
Beschäftigte des Theresienkrankenhauses bereits informiert
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden nach Angaben des Klinikums bei einer internen Betriebsversammlung über die anstehenden Veränderungen informiert. In einer Mitteilung an die Belegschaft heißt es unter anderem, "steigende Sach- und Betriebskosten, Digitalisierungskosten sowie fehlende Förderung und Unterstützung im Gegensatz zu kommunalen Häusern" würden diesen Schritt notwendig machen.
Betriebsbedingte Kündigungen am Standort
Das Brüderklinikum Julia Lanz bestätigte, dass Mitarbeiter entlassen werden. Nach SWR-Informationen sollen bis zu 350 Mitarbeiter betroffen sein. Oberstes Ziel sei es, "auch in dieser schwierigen Situation faire Lösungen für alle Beschäftigten zu finden", teilte das Klinikum mit. Man stehe im engen Austausch mit den betroffenen Teams.
Schließung des Theresienkrankenhauses bis Ende 2027
Die eigentliche Schließung des Theresienkrankenhauses wird schrittweise erfolgen: Bis Ende 2027 sollen alle medizinischen und nicht-medizinischen Abteilungen, die nicht geschlossen werden, ins Diako umgezogen sein, heißt es vom Brüderklinikum Julia Lanz.
Von der Schließung betroffen sind die Gefäßchirurgie, die Hals-Nasen-Ohren-Station sowie die Urologie (am Diako). Und zwar bereits zum Ende des Jahres 2025. 2026 soll dann die Pneumologie, also die Lungenheilkunde, folgen. Derzeit würden Gespräche mit dem Gesundheitsministerium laufen.
Rund 90.000 Patienten am Diako und Theresienkrankenhaus pro Jahr
Das Mannheimer Krankenhaus firmiert - sowie das Diako - unter diesem gemeinsamen Namen. Das Brüderklinikum Julia Lanz "vereint die beiden Traditionshäuser Theresienkrankenhaus als Klinikverbund der BBT-Gruppe in Mannheim", wie es auf der Onlineseite der Klinik heißt. Nach Angaben des Brüderklinikums Julia Lanz werden im Theresienkrankenhaus und Diako jährlich rund 29.000 Patientinnen und Patienten stationär, weitere etwa 59.000 ambulant versorgt.