Lange war es zumindest musikalisch still geworden um den Mannheimer Sänger Xavier Naidoo, jetzt will er zurück auf die Bühne. Am 16. Dezember will er sein erstes Konzert seit sechs Jahren und diverser Eklats um die Verbreitung von Verschwörungstheorien geben. Das hat Naidoo auf seiner Instagramseite mitgeteilt. Es soll in der Kölner Lanxess-Arena stattfinden und trägt den Titel eines seiner erfolgreichsten Songs "Bei meiner Seele". Der Ticketvorverkauf startet demnach am 8. Juli.
Verschwörungstheorien und Antisemitismus-Vorwürfe
Als Frontmann der Soulband "Söhne Mannheims" hat sich Naidoo einen Namen gemacht. Er war aber auch als Solo-Sänger erfolgreich. So wurde zum Beispiel während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 sein Lied "Dieser Weg" zur Hymne der deutschen Nationalmannschaft.
Immer wieder kam es zu Kontroversen um Naidoo. Er fiel mit Texten und Aussagen auf, die ihm eine Nähe zur "Reichsbürger"-Szene und Antisemitismus-Vorwürfe einbrachten.
Anklage gegen Naidoo: Verfahren läuft noch
Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat im Juni 2024 Anklage wegen Volksverhetzung gegen ihn erhoben. Sie wirft ihm vor, den Holocaust geleugnet und antisemitische Inhalte veröffentlicht zu haben. Zwei Verfahren sind laut Landgericht immer noch anhängig. Darin soll es unter anderem um den Vorwurf der Volksverhetzung gehen. Demnach soll Naidoo Inhalte mit holocaustleugnendem und antisemitischem Charakter über den Kurznachrichtendienst Telegram verbreitet haben.
Wann die beiden Hauptverfahren eröffnet werden, ist laut Gericht noch nicht entschieden. Naidoos Anwälte weisen die Vorwürfe zurück. Ihr Mandant lehne rassistisches und fremdenfeindliches Gedankengut ab.
Fans zurückgewinnen: Mit Reue und einem "Best-Of"-Konzert
Für Naidoo geht es darum, Fans zurückzugewinnen und seine Glaubwürdigkeit wiederherzustellen. Die Fans will er bei dem Konzert am 16. Dezember mit einem "Best-Of" seiner Songs an seine besseren Zeiten erinnern. Angeblich geläutert hat er sich schon 2022 in einem Video gezeigt. Darin sagte er: "Ich habe Dinge gesagt und getan, die ich heute bereue." Außerdem gab er zu, sich in Verschwörungstheorien verrannt zu haben.