In Heidelberg stehen große Stadtentwicklungsprojekte an. Für viele ist die Stadt selbst zuständig. Bei anderen muss sie selbst abwarten, was sich tut. Zum Beispiel beim ehemaligen Kaufhofgebäude am Bismarckplatz.Nach der Insolvenz der Signa Holding wurde die Frankfurter Immobilienfirma RFR Eigentümerin. Die will den Bau in bester Lage offenbar verkaufen, aber bisher scheint sich nichts zu bewegen, obwohl es Interessenten gibt.
Kaufhof-Gebäude am Bismarckplatz steht wohl noch eine Weile leer
40 Millionen Euro will die Eigentümerin RFR angeblich für das Gebäude aus den 1960er Jahren haben. Dass diese Zahl einmal genannt wurde, kann der Erste Bürgermeister Heidelbergs Jürgen Odszuck (CDU) bestätigen. Aber offenbar ist kein Käufer bereit, diesen Betrag zu bezahlen. Mutmaßlich weil noch eine Menge Sanierungskosten dazu kommen. Die Stadt beharrt auf dem bisherigen Nutzungskonzept und das ist: Einzelhandel. Man könne sich zwar viele Dinge vorstellen, aber zumindest zu einem Teil müsse der dabei sein, so Odszuck.
Wir wollen im ersten Obergeschoss und im Erdgeschoss Handel haben. Bei allen anderen Etagen sind wir relativ offen. Außer beim Thema Hotel.
Eine Hotelnutzung käme deshalb nicht in Frage, weil die Stadt sich laut einer Hotelstudie am Rande einer Überversorgung bewege. Die Immobilienfirma RFR selbst will sich nicht zum Stand der Dinge in Sachen Kaufhofgebäude äußern.
Bergheim mit Print Media Academy vor großen Veränderung
Ein weiteres prominentes Gebäude, das in Zukunft anders genutzt werden soll, ist die Print Media Academy (PMA) gegenüber des Hauptbahnhofs. Sie wurde im Herbst 2024 vom Heidelberger Immobilienentwickler Hans-Jörg Kraus gekauft. Er will sie nun sanieren und umbauen.
Das Gelände hinter der PMA, wo bisher unter anderem der Standort der Heidelberger Stadtwerke war, soll zu einem neuen Quartier umgestaltet werden. Und zwar gemeinsam von den Stadtwerken, der städtischen Wohnbaugesellschaft GGH und der Immobilienfirma EPPLE. Neben den Konversionsflächen sei Bergheim der Stadtteil in Heidelberg, der sich gerade am agilsten entwickele, so der Baubürgermeister.
Betriebshof - doch kein Neubau am alten Standort?
Der Betriebshof sollte im Stadtteil Bergheim bleiben, nachdem es Widerstand gegen einen Umzug an den Großen Ochsenkopf gegeben hatte. Geplant war ein zweigeschossiger Neubau. Nun steht im Raum, dass es vielleicht doch noch eine ganz andere Lösung gibt. Welche genau, darüber gibt es noch keine Informationen.
Aber wir können zumindest konstatieren, dass wir ob der Investition des Betriebhofes sehr besorgt sind.
So zu bauen, dass tonnenschwere Busse im ersten Geschoss parken können, sei sehr teuer. Und das Bauen bei laufenden Betrieb ebenso. Deshalb wird offenbar doch noch nach einer kostengünstigeren Lösung gesucht.
Neuer Stadtteil PHV - Entwicklungen schreiten voran
Auf dem ehemaligen US-Kasernengelände Patrick-Henry-Village (PHV) soll ein neuer Stadtteil mit über 5.000 Wohnungen entstehen. Eigentlich sollten die ersten schon im Jahr 2024 bezogen werden. Doch noch gehört das Gelände dem Bund. Die Verhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIma) liegen nicht in der Hand seines Dezernats, so Jürgen Odszuck. Aber offenbar seien sie wieder in Bewegung gekommen. In seinem Dezernat plane man derweil unverdrossen weiter. Man sei nach wie vor guter Dinge, dass es klappen wird. Sobald die Eigentumverhältnisse geklärt seien, könne man mit den Ausschreibungen beginnen. Der Baubürgermeister hofft, dass es Anfang des nächsten Jahres so weit ist.