Bericht des baden-württembergischen Innenministeriums

Schaden durch Wirtschaftskriminalität um 182 Prozent gestiegen - aber weniger Enkeltricks

Durch Wirtschaftskriminalität ist in BW 2023 ein Schaden von 618 Millionen entstanden. Die Betrugsfälle durch Enkeltricks oder falsche Polizisten wurden dagegen weniger.

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Stand

Der Vermögensschaden durch Wirtschaftskriminalität hat im vergangenen Jahr in Baden-Württemberg rund 618 Millionen Euro betragen. Das ist ein Anstieg um 181,9 Prozent gegenüber 2022, teilte das baden-württembergische Innenministerium am Dienstag mit. Damals lag der Vermögensschaden bei 219 Millionen Euro. Damit verursachte die Wirtschaftskriminalität im vergangenen Jahr etwas mehr als die Hälfte des durch Kriminalität bedingten Gesamtschadens von 1,14 Milliarden Euro.

In den vergangenen fünf Jahren habe die Schadenshöhe im Durchschnitt 397 Millionen Euro betragen, heißt es in dem Bericht zur "Organisierten Kriminalität und Wirtschaftskriminalität 2023". Auch bei den Fallzahlen gab es einen Zuwachs - und zwar um 14,3 Prozent auf 4.053 Fälle. Im Vorjahr waren es noch 3.545 Fälle.

Weniger Enkeltricks, Schockanrufe und falsche Polizisten

"Bei den Phänomenen 'Falscher Polizeibeamter, Enkeltrick und Schockanruf' sind die Fallzahlen stark um 43,2 Prozent auf 10.537 Fälle (Vorjahr: 18.549 Fälle) zurückgegangen", schreibt das Innenministerium weiter. In Baden-Württemberg habe man im vergangenen Jahr rund 10.500 Fälle verzeichnet. 2022 habe die Zahl noch bei 18.500 Fällen gelegen. Beim größten Teil der bekannt gewordenen Fälle sei es bei dem Versuch geblieben. Das Innenministerium führt den Rückgang auch auf Präventionsmaßnahmen der Polizei zurück. So würden beispielsweise Bankmitarbeitende geschult, damit sie Betrugsversuche besser erkennen und in Verdachtsfällen schnell reagieren können.

Auch die Fallzahlen im Subventionsbetrug sanken von 385 Fällen im Jahr 2022 auf 251 Fälle 2023. Dennoch stieg der Schaden von rund 11 Millionen Euro auf fast 20 Millionen Euro an. Grund dafür sind nachträgliche Anzeigen im Zusammenhang mit den Corona-Soforthilfen, heißt es weiter.

Zudem spielte 2023 auch die Drogenkriminalität eine Rolle. Es habe deswegen 17 Verfahren gegen Gruppierungen der Organisierten Kriminalität gegeben. Beispielsweise habe das Polizeipräsidium Karlsruhe 13 Beschuldigte gefasst, die im großen Stil mit Kokain und Marihuana handelten. „Sie hatten wiederholt Marihuana aus Spanien eingeführt und eine Plantage mit circa 1.750 Pflanzen betrieben“, heißt es in der Mitteilung. Die Täter seien inzwischen verurteilt und im Gefängnis.

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