Asien nicht mehr wichtigster Markt

Mercedes-Benz verkauft erneut weniger Autos - USA-Geschäft legt zu

Mercedes-Benz verkaufte im ersten Quartal deutlich weniger Autos als im Vorjahreszeitraum. In China brach der Absatz stark ein. Dafür legte der US-Markt trotz erhöhter Zölle zu.

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Von Autor/in Christoph Mautes

Mercedes-Benz Cars verkaufte nach Angaben des Stuttgarter Konzerns im ersten Quartal 419.400 Pkw. Im Vorjahr waren es im ersten Quartal noch 446.300. Zusammen mit der Van-Sparte lag der Absatz nun bei knapp einer halben Million. Das war sowohl mit als auch ohne den Van-Bereich ein Rückgang von sechs Prozent. Ohne China wären die Verkaufszahlen um fünf Prozent gestiegen, betonte der Autobauer.

Das erste Quartal war geprägt vom Absatzwachstum außerhalb Chinas und einer hervorragenden Resonanz unserer Kundinnen und Kunden auf unsere neuen Modelle.

Asien nicht mehr Markt Nummer 1 für Autobauer Mercedes-Benz

Erstmals seit Jahren ist Asien nach verkauften Autos nicht mehr der wichtigste Markt für Mercedes. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum brachen die Absätze in Asien um 23 Prozent ein. In China betrug das Minus 27 Prozent. In Europa wurden dagegen gut sieben Prozent mehr Autos verkauft. Damit liegt die Region Asien erstmals seit langem nur noch auf Platz 2.

Besonders erfreulich habe sich dagegen der deutsche Markt entwickelt. Hier gab es ein Absatzplus von neun Prozent auf fast 50.000 Fahrzeuge. Außerhalb Chinas seien die neuen Modelle insgesamt gut angenommen worden, kommentiert der Konzern. Auch in Nordamerika konnte Mercedes demnach deutlich zulegen. In den USA legten die Verkäufe sogar um 20 Prozent zu - trotz der stark erhöhten Importzölle.

Hohe Nachfrage nach neuen Mercedes-E-Modellen

Für das laufende Jahr zeigt sich Vertriebschef Mathias Geisen zuversichtlich. Der Auftragseingang bei mehreren neuen Modellen habe die Erwartungen übertroffen. Die Nachfrage nach den E-Modellen CLA, GLB und GLC sei hoch. Weitere neue Fahrzeuge würden in naher Zukunft auf den Markt gebracht.

Deshalb soll dieses Jahr der Pkw-Absatz von Mercedes-Benz auf dem Vorjahresniveau liegen. 2025 hatte es insgesamt einen Rückgang um neun Prozent auf rund 1,8 Millionen Autos gegeben.

Jobabbau: Abfindungsangebot wohl von 5.500 Beschäftigten angenommen

Im Rahmen eines Sparprogramms hätten rund 5.500 Mitarbeiter den Konzern mit hohen Abfindungen zwischen April 2025 und Ende März 2026 verlassen, berichtet das Handelsblatt. Mercedes habe die Zahl nicht bestätigt. Das Abfindungsangebot hatte sich an knapp 40.000 Beschäftigte in Deutschland gerichtet.

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Christoph Mautes
Onlinefassung
Petra Thiele
SWR-Wirtschaftsredakteurin Petra Thiele

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