Erst vergangenes Jahr hatte der Stuttgarter Autobauer Mercedes-Benz seine neue Modell-Reihe CLA vorgestellt. Die Verkaufszahlen sind laut Mercedes besser als erwartet, vor wenigen Tage wurde die Reihe bei der Brüsseler Motorshow zum "Car of the Year 2026" gekürt. Aber die Rückrufe für den Hoffnungsträger mehren sich und werden für den Autobauer gerade zum Problem.
CLA: Assistenzsysteme deaktivieren sich
Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) ist für die Sicherheit von Autos zuständig und mit dem CLA alles andere als zufrieden. Die jüngste Kritik: Die Software sei fehlerhaft. Das führt laut KBA dazu, dass sich Fahrassistenzsysteme ohne Vorwarnung deaktivieren. Solche Assistenzsysteme unterstützen zum Beispiel mithilfe von Sensoren oder Kameras beim Einparken, Spurhalten oder auch bei Notbremsungen.
Weitere Mängel: Brandgefahr und falsch verschraubte Sitze
Die Mängelliste vom KBA für die CLA-Familie ist aber noch länger. Bei einigen Fahrzeugen, die zwischen November und Dezember 2025 produziert wurden, besteht demnach eine Brand- und Stromschlaggefahr. Grund sei ein falsch angeschlossenes Batteriekabel. Außerdem sind laut KBA bei einigen Modellen die Vordersitze nicht richtig verschraubt und die Sicherheitsgurte so locker, dass sie bei einem Unfall nicht ausreichend schützen. Zusätzlich soll es Probleme mit fehlerhaften Airbags geben.
Hoher Preis sorgt für Skepsis Wie sich Mercedes vom neuen CLA die Wende in der E-Mobilität erhofft
Mercedes-Benz will mit dem neuen Modell seinen mäßigen Absatz bei E-Autos zum Erfolg führen. Manche Beobachter sind da eher skeptisch. Produziert wird der CLA im Werk in Rastatt.
Mängel nur bei einer geringen Anzahl von CLA-Fahrzeugen
Die gute Nachricht: Von den meisten der genannten Mängeln sind nur wenige Fahrzeuge betroffen. Das Kraftfahrtbundesamt geht davon aus, dass zum Beispiel die Airbag-Probleme nur bei 140 CLA-Fahrzeugen in Deutschland vorhanden sind. Die Brand- und Stromschlaggefahr besteht laut KBA bundesweit bei 84 CLA-Modellen. Am häufigsten taucht der Mangel der fehlerhaften Fahrassistenz auf: Bei knapp 600 Autos in Deutschland und rund 3.000 weltweit.
Ein Pressesprecher von Mercedes-Benz erklärte gegenüber dem SWR, man bedauere die Unannehmlichkeiten, die durch Servicebesuche für Kundinnen und Kunden verursacht würden und versuche, Störungen so gering wie möglich zu halten. Man halte sich an die höchsten Standards, unabhängig davon, ob ein Rückruf nur ein Fahrzeug oder viele betreffe.
Woher weiß ich, ob mein Mercedes betroffen ist?
Mercedes-Benz will die betroffenen Autofahrer nach eigener Aussage zeitnah schriftlich über den nötigen Gang in die Werkstatt informieren. Wer selbst nachschauen will, kann das mithilfe der FIN (Fahrzeugidentifikationsnummer) tun. Die 17-stellige Zahl steht in den Fahrzeugpapieren und auch im Fahrzeug selbst, oft zum Beispiel an der Windschutzscheibe. Damit können sich CLA-Besitzer auf der Webseite von Mercedes informieren, ob das eigene Auto betroffen ist.