Untersuchung des Instituts für Demoskopie Allensbach

Umfrage: Mehrheit fürchtet um Zukunft der Autoindustrie in BW

Eine aktuelle Allensbach-Umfrage zeigt: 57 Prozent der Menschen in BW sind stark oder sehr stark besorgt über die Zukunft der Automobilindustrie.

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Stand

Mehr als jeder Zweite im Land macht sich laut einer Umfrage Sorgen um den Automobilstandort Baden-Württemberg. 57 Prozent der Befragten beunruhigt die Lage der hiesigen Automobilindustrie stark oder sehr stark, wie eine Untersuchung des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD) im Auftrag der baden-württembergischen Zeitungsverlage ergab. 

37 Prozent der 1.021 im November und Dezember repräsentativ für den "BaWü-Check" befragten Menschen ab 16 Jahren gaben den Ergebnissen zufolge an, diesbezüglich weniger, kaum oder gar nicht besorgt zu sein.

Wenig überraschend äußerten sich besonders beunruhigt Befragte, die sich um die Sicherheit des eigenen Arbeitsplatzes Sorgen machen. Von ihnen gaben den Angaben nach 71 Prozent an, dass sie die derzeitige Situation der baden-württembergischen Automobilindustrie stark oder sehr stark beunruhige.

Krise der Automobilindustrie prägt Landtagswahlkampf

Baden-Württemberg ist ein wichtiger Automobilstandort. Namhafte Hersteller und teils große Zulieferer haben hier ihren Sitz. Doch angesichts der Krise in der Branche hatten Unternehmen in den vergangenen Monaten immer wieder Einsparungen, Stellenstreichungen und Werksschließungen angekündigt. 

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Die baden-württembergische Landesregierung veranstaltete Ende November einen Automobil-Strategiedialog, zu dem auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kam. Im Landtagswahlkampf spielt das Thema ebenso eine Rolle.

Bürgerinnen und Bürger fordern mehr Einsatz der Landesregierung

Mehr als zwei Drittel der Befragten (68 Prozent) unterstützten im "BaWü-Check" die Aussage, die Landesregierung müsste mehr tun, um Baden-Württemberg als Wirtschaftsstandort zu stärken. Jeweils 16 Prozent waren den Daten zufolge der Ansicht, sie tue genug - oder unentschieden bei der Frage.

Unter den AfD-Anhängern sei der Anteil der Kritiker mit 83 Prozent am höchsten gewesen, gefolgt von der FDP (80 Prozent). Aber auch 68 Prozent der potenziellen CDU-Wählerinnen und -Wähler seien der Auffassung, die Landesregierung müsste mehr tun. Die CDU führt das Wirtschaftsministerium. Nach SPD-Anhängern (63 Prozent) und jenen der Linken (56 Prozent) sei der Anteil der Kritiker in der Wählerschaft der Grünen mit 55 Prozent am geringsten.

Kritik an EU-Subventionen für Betriebsverlagerungen nach Osteuropa

Die Gewerkschaft IG Metall fordert im Zuge der Automobilkrise ein Ende der EU-Subventionen für Betriebsverlagerungen nach Osteuropa. "Die bisherige Subventionspraxis der EU ist ein Brandbeschleuniger für die Deindustrialisierung", sagte der stellvertretende Gewerkschaftschef Jürgen Kerner der "Augsburger Allgemeinen" vom Donnerstag. "Wenn klar ist, dass der Umbau von Standorten in Deutschland etwa im Zuge der Transformation in der Autoindustrie in Deutschland teuer ist, zugleich aber der Neubau solcher Werke in Osteuropa subventioniert wird, führt das zu einem Ausverkauf der heimischen Standorte", fuhr Kerner fort.

Als Beispiele nennt Kerner den-Lkw-Bauer MAN und den Zulieferer Bosch aus Baden-Württemberg. Sie hätten Stellenabbau in Deutschland und gleichzeitig neue Produktionsinvestitionen in Ungarn und Polen angekündigt. Für MAN in Polen locke ein dreistelliger Millionenbetrag an Subventionen, so der IG Metall-Vize. Die EU müsse diese Subventionspraxis beenden. Die Arbeitgeber fordert er auf, gemeinsam mit der Gewerkschaft Druck auf Brüssel auszuüben. Sonst sei der finanzielle Anreiz für weitere Verlagerungen nach Osteuropa zu groß. Deutschland verliere derzeit rund 10.000 Industrie-Arbeitsplätze pro Monat.

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Michael Ströbel

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