Sorgenkinder China-Geschäft und Transformation

Hauptversammlung Mercedes: Aktionäre fordern mehr Tempo und neue Verkaufsstrategien

Mercedes verkauft weniger Autos, der Gewinn ist 2025 eingebrochen. 2026 hat nicht besser begonnen. Auf der Hauptversammlung stellen Aktionäre Forderungen.

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Von Autor/in Geli Hensolt

Mehr Tempo bei der Transformation und neue Konzepte für das Geschäft in China - das haben Aktionäre bei der virtuellen Hauptversammlung von Mercedes an diesem Donnerstag gefordert. Der Hersteller stehe vor enormen Herausforderungen, sagt Ingo Speich von Deka Investment. "Die Chinesen machen enormen Druck und es ist nicht nur der chinesische Heimatmarkt, sondern auch Nordamerika, insbesondere die USA, wo die Volumina und die Profitabilität durch die Zölle unter Druck sind." All das seien ungelöste Themen.

Schwieriges China-Geschäft belastet Mercedes

Der Gewinn von Merecedes ist 2025 eingebrochen, außerdem hat der Konzern weniger Autos verkauft. Auch die ersten drei Monate dieses Jahres liefen nicht besser: Die Verkäufe sind zurückgegangen, vor allem das Geschäft in China schwächelt. Das macht Aktionärsvertretern Sorgen: In den ersten drei Monaten dieses Jahres verkaufte Mercedes in China 27 Prozent weniger Fahrzeuge als im Vorjahreszeitraum. Mercedes, so warnen sie, verliere dort Marktanteile in einer Geschwindigkeit, die Investoren beunruhigen müssen.

Mercedes-Chef Ola Källenius weiß, wie wichtig der chinesische Markt für den Hersteller ist. Nur wer sich dort beweise, werde im Rest der Welt Erfolge einfahren können.

Wir nehmen den Wettbewerb selbstbewusst an, wir richten unser Geschäft noch stärker lokal aus.

Das betreffe die Produkte, die Technologie, die Produktion und die Lieferketten. Auch die Forschung und Entwicklung vor Ort will Mercedes stärken - und noch enger als bisher mit chinesischen Partnern zusammenarbeiten.

Zehn Prozent mehr verkaufte Autos als 2025 angepeilt

Källenius gibt bei der Aktionärsversammlung "messbare Ziele" aus. Das Unternehmen wolle profitabel wachsen. "Mittelfristig wollen wir rund zwei Millionen Fahrzeuge pro Jahr verkaufen." Das seien über zehn Prozent mehr als 2025. Die Top-Ende-Fahrzeuge, also die Luxuskarossen, sollen überproportional um 15 Prozent wachsen. Und neben den Verbrennern sollen in Zukunft auch andere Technologien eine wichtige Rolle spielen: "Der Anteil von Elektrofahrzeugen und Plug-in-Hybriden am Gesamtabsatz soll auf rund 40 Prozent steigen."

"Größte Modelloffensive der Geschichte"

Mercedes setzt dabei auf neue Autos. Aktuell läuft laut Källenius die "größte Modelloffensive" in der Geschichte des Unternehmens. Die ersten neuen Fahrzeuge, die schon auf dem Markt sind, würden sehr gut nachgefragt.

Laut dem Autoanalysten Jürgen Pieper hängt auch die Zukunft des Mercedes-Chefs selbst daran, ob die neuen Modell in China und auch sonst erfolgreich sein werden. In der Vergangenheit habe der Autobauer zu oft seine Strategie geändert, etwa bei der E-Mobilität. Außerdem habe das Hin und Her bei der sogenannten Luxusstrategie, also der Fokus auf teure Fahrzeuge Mercedes "nicht nur sehr viel Reputation, sondern auch Geld gekostet", sagt Pieper.

Dividendenausschüttung beschlossen

Am Abend hatte die Hauptversammlung auch über die Dividenden abgestimmt. So wurde für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 eine Ausschüttung von 3,50 Euro pro Aktie beschlossen. Im Jahr 2024 hatte die Ausschüttung noch 4,30 Euro pro Aktie betragen.

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Erstmals publiziert am
Stand
Onlinefassung
Theresa Rauffmann
Autor/in
Geli Hensolt
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