Mitte Juli haben wir über eine alleinerziehende Frau aus Baden-Württemberg berichtet, deren Geschichte viele Menschen auf unseren Social Media-Kanälen bewegt hat: Maria. Ihrer Familie fehlt es an Geld - und daher auch die finanziellen Mittel für einen Kurzurlaub mit ihren vier Kindern. Die 43-Jährige arbeitet als Teilzeitkraft im Einzelhandel. Ihr Verdienst: zwischen 900 und 1.200 Euro, je nach Wochentag und Schicht.
Gehalt und Kindergeld reichen nicht aus
Der Schichtdienst ist für Maria sehr belastend, denn zwei ihrer Kinder gehen noch in die Grundschule. Dazu kommen Streitigkeiten mit ihrem Ehemann, der keine Unterhaltszahlungen leistet. Sie erhält zwar Kindergeld und einen Unterhaltsvorschuss, aber das reicht nur für das Nötigste. Doch "ein gemeinsamer Urlaub mit meinen Kindern, das ist mein großer Traum", sagte Maria damals im SWR-Interview, "nicht weit weg und nur für ein paar Tage, das wäre schön".
Zum Beispiel an den Bodensee, damit auch meine Kinder in der Schule erzählen können, dass wir im Urlaub waren.
Unterstützung aus der SWR-Community: Urlaub auf Sardinien
Es gab kritische Kommentare, aber vor allem erreichte die SWR Aktuell Redaktion eine Welle der Empathie und Hilfsbereitschaft für Maria, die eigentlich anders heißt und anonym bleiben möchte. Monika aus Rheinland-Pfalz möchte jedenfalls helfen. Sie lebt mittlerweile auf Sardinien und hat Maria und ihre Kinder eingeladen, in ihrem dortigen Feriendomizil Urlaub zu machen.
Ich wollte einfach den Kindern diesen Urlaub gönnen, wollte ihnen was Gutes tun.
Als sie von Marias Geschichte gehört hat, habe sie "richtig Gänsehaut" gehabt, sagte Monika gegenüber dem SWR. Sie wisse genau, wie es sei, wenn man alleine sei, viele Kinder habe, der Vater nicht da ist und keinen Unterhalt zahlt.
"Ich könnte schreien vor lauter Freude"
Auch Margret Mack, die Maria seit vielen Jahren kennt und sie im Familienzentrum Weinstadt-Endersbach (Rems-Murr-Kreis) begleitet, berichtet von zahlreichen Unterstützerinnen und Unterstützern. Sie seien tief berührt, so Mack: "Alle Spender und Spenderinnen haben hohen Respekt vor der Tatsache, dass sie arbeitet und vier Kinder großzieht."
Dank vieler Spenden können Maria und ihre Kinder also ihren ersten Urlaub planen. Maria freut sich über die Hilfsbereitschaft und Herzlichkeit der Menschen, vor allem für ihre Kinder: "Ich könnte heulen. Ich könnte schreien vor lauter Freude."
Jeder Fünfte kann sich keinen Urlaub leisten
Maria ist mit ihrem Schicksal nicht alleine. Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes konnten sich 38 Prozent der Alleinerziehenden für sich und ihre Kinder im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben keine einwöchige Urlaubsreise leisten. Viele kämpfen mit den steigenden Lebenshaltungskosten, dazu kommen Probleme wie Scheidung, Krankheit oder Alter.