Kommunen und Unternehmen begrüßen Schritt

Lähmende Bürokratie abbauen: Was die BW-Regierung jetzt plant

Unzählige Dokumente und Vorgaben - überbordende Bürokratie belastet viele Kommunen. Das soll sich mit dem geplanten "Regelungsbefreiungs-Gesetz" der BW-Landesregierung ändern.

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Kommunen klagen oft über bürokratische Hindernisse. Deshalb will die grün-schwarze Landesregierung in Baden-Württemberg die Städte, Gemeinden und Landkreise durch Bürokratie-Abbau entlasten. Das steht in einem Gesetzesentwurf, den sie am Dienstag beschlossen hat.

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Weniger Bürokratie: Ministerium will künftig Ausnahmen zulassen

Der Gesetzesentwurf des Innenministeriums ist eine Art Testlauf, bei dem Kommunen von landesrechtlichen Standards abweichen können. Das zuständige Ministerium kann im Einzelfall für einen begrenzten Zeitraum Ausnahmen zulassen, etwa von der Landesbauordnung. Sollte sich in der Praxis in den kommenden vier Jahren zeigen, dass Verwaltungsverfahren beschleunigt werden, sollen die jeweiligen Ausnahmen landesweit für alle Kommunen möglich sein.

Das von Thomas Strobl (CDU) geführte Innenministerium sieht darin einen wichtigen Schritt beim Bürokratie-Abbau. Das geplante Gesetz löse zwar nicht alle Bürokratieprobleme, leiste jedoch einen wichtigen Beitrag, so Strobl.

Grünen-Landtagsfraktionschef Andreas Schwarz spricht gegenüber dem SWR von mehr Flexibilität für Verwaltungen, zum Beispiel bei Kinderbetreuung oder Wohnungsbau. Bevor das Gesetz in Kraft treten kann, muss der baden-württembergische Landtag noch zustimmen.

Geplanter Bürokratieabbau: Kommunen und Unternehmen begrüßen Gesetzesentwurf

Landkreise, Städte und Gemeinden begrüßen den Gesetzesentwurf. "Wir werden den Experimentierraum nutzen, den das Regelungsbefreiungsgesetz eröffnet", heißt es in einer Erklärung. Sie weisen aber auch darauf hin, dass viele gesetzliche Standards auf europäischem oder Bundesrecht beruhen. Um substanziell voranzukommen, brauche es daher zwingend den Gesetzgeber auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene.

Auch die Unternehmer Baden-Württemberg (UBW) sehen den Gesetzesentwurf als wichtiges Signal. "Die UBW begrüßen den Kabinettsbeschluss zum Entwurf des Kommunalen Regelungsbefreiungsgesetzes. Die Landesregierung greift damit eine zentrale Forderung der Kommunal- und Wirtschaftsverbände in der ‚Entlastungsallianz für Baden-Württemberg‘ auf", so UBW-Geschäftsführer für Bildung, Arbeitsmarkt und Landespolitik, Stefan Küpper. Wegen der gesetzlichen Standards auf europäischer und Bundesebene bleibe der Entlastungseffekt allerdings begrenzt.

Der Verein fordert: Der Abbau bürokratischer Hürden muss auch künftig auf allen Ebenen konsequent weiterverfolgt werden.

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Hendrik Huber
SWR-Volontär Hendrik Huber