Polarlichter sind ein spektakulärer Anblick. In den vergangenen Monaten konnten auch Menschen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz das Phänomen sehen, das ihnen sonst häufig verborgen bleibt. Während die Lichter in den Polargebieten häufig zu sehen sind, müssen dafür in südlicheren Breiten besondere Bedingungen erfüllt sein. Nach der Meinung von Experten könnte genau das am Freitag der Fall sein.
Zwei Faktoren erhöhen Chance auf Polarlichter leicht
Im März begünstigen zwei Faktoren das Auftreten von Polarlichtern. Dann tritt das sogenannte Frühjahrsäquinoktium auf. Das ist der Moment, wenn Tag und Nacht gleich lang sind. Das Magnetfeld der Erde steht dann in einem Winkel zur Sonne, der die Entstehung von Polarlichtern erleichtert. Zudem befindet sich die Sonne in einer Phase ihres elfjährigen Zyklus, in der sie sehr aktiv ist. Dabei stößt sie Wolken mit geladenen Teilchen ins All. Die Teilchen treffen auf das Erdmagnetfeld, das sie zu den Magnetpolen befördert. Wenn die geladenen Teilchen in tiefere Schichten vordringen, bringen sie dort Sauerstoff- und Stickstoffmoleküle zum Leuchten.
Erhöhte Chancen für Polarlichter am Freitag in Baden-Württemberg
Laut Carolin Liefke vom Haus der Astronomie in Heidelberg war die Sonne am Freitagvormittag recht aktiv. Damit steige auch die Chance, Polarlichter am Freitagabend am Nachthimmel beobachten zu können. Dennoch seien die Werte "noch nicht so wirklich gut". Liefke rät Interessierten daher: "Einfach mal schauen - aber nicht enttäuscht sein". Auch Meteorologin Melissa Wirtz vom Deutschen Wetterdienst in Stuttgart ist positiv gestimmt. Laut der Expertin sollen sich in der Nacht auf Samstag immer wieder Wolkenlücken bilden, die einen freien Blick in den Nordhimmel ermöglichen. Auf der Schwäbischen Alb und im Schwarzwald könnten die Chancen auf Wolkenlücken größer sein.
In den vergangenen Monaten kam es wiederholt zu Polarlichtern in Baden-Württemberg. Die Bilder sind vom 20. Januar.
Diese Bedingungen müssen in BW und RLP erfüllt sein
Damit das Phänomen auch in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz auftritt, muss laut Fachleuten der Max-Planck-Gesellschaft die Störung im Erdmagnetfeld durch die eintreffenden Teilchen recht stark sein. Ein Indikator dafür ist der sogenannte Kp-Index. Eine Prognose kann auf im "Space Weather Prediction Center" der US-Behörde "National Oceanic and Atmospheric Administration" eingesehen werden.
Anfang des Monats zeigten sich einige Medien hoffnungsvoll, dass weitere Polarlichter in Deutschland zu sehen sein könnten. "Der März 2026 hat das Potenzial, einer der besten Polarlicht-Monate des kommenden Jahrzehnts zu werden", hieß es etwa in "Geo".
Lichtverschmutzung verhindert oft, dass wir Polarlichter sehen
In Städten wie Stuttgart, Karlsruhe oder Mainz und anderen dicht besiedelten Regionen ist die Lichtverschmutzung neben dem Wetter ein Hindernis, Polarlichter zu sehen. "Polarlichter, die so spektakulär sind, dass man sie in Großstädten sehen kann, sind sehr selten", sagte Liefke. Die Expertin empfiehlt, aus den Ortschaften hinaus zu gehen. Doch dazu müsse man wissen, wann die Polarlichter auftreten. Eine Vorhersage sei allerdings nur knapp 30 Minuten vorher möglich.