Nur 88 Prozent der Züge pünktlich

Schlechte Bilanz für Schienennahverkehr in BW: Immer mehr Züge unpünktlich

Immer unpünktlicher und auch die Gesamtqualität lässt weiter zu wünschen übrig: Das zeigt die Bilanz für den Schienen-Personen-Nahverkehr in BW. Doch die Zahl der Fahrgäste steigt.

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Von Autor/in Astrid Meisoll

Regionalzüge in Baden-Württemberg sind in den vergangenen zehn Jahren immer unpünktlicher geworden. Das geht aus der Bilanz für den Schienen-Personen-Nahverkehr in Baden-Württemberg hervor, die das Landesverkehrsministerium jetzt veröffentlicht hat.

Nur noch 88 Prozent der Regionalzüge pünktlich

Während 2014 noch 93 Prozent aller Regionalzüge pünktlich ankamen, waren es im vergangenen Jahr nur noch 88 Prozent. Als pünktlich gilt ein Zug dann, wenn er mit weniger als sechs Minuten Verspätung ankommt. Nur während der Pandemie waren die Züge zwischenzeitlich wieder etwas pünktlicher, was das Land auf weniger Fahrgäste zurückführt.

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Als Gründe für die Verspätungen nennt das Land das veraltete Schienennetz und "eine noch nie dagewesene Menge an Baustellen". Die Baustellen seien nicht aufeinander abgestimmt und die Verkehrsunternehmen würden nicht rechtzeitig oder sogar falsch über anstehende Baustellen informiert. So komme es vermehrt zu Ad-hoc-Ausfällen.

Auch um die Gesamtqualität ist es weiterhin nicht gut bestellt. Das Ranking setzt sich aus den Kategorien Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Zugkapazität, Sauberkeit und Gesamtzufriedenheit der Fahrgäste zusammen. Es stieg zwar im zweiten Halbjahr 2024 im Vergleich zum ersten Halbjahr leicht an, liegt aber mit 45,4 Prozent deutlich unter dem Wert vom ersten Halbjahr 2021 - damals lag der Wert bei 64,2 Prozent. Seinen Tiefpunkt erreichte es im zweiten Halbjahr 2022 mit 36,7 Prozent. Um die Qualität im Schienen-Personen-Nahverkehr zu verbessern gibt es seit 2023 einen Aktionsplan Qualität.

Dreimal so viele Fahrgäste seit der Bahnreform

Der aktuelle Bericht zeigt aber auch, dass die Regionalbahnen viel genutzt werden: So hat sich die Fahrgastnachfrage im Land seit der Bahnreform 1994 verdreifacht. Die Nachfrage bemisst sich an der Zahl der gefahrenen Kilometer pro Person. Vor allem das Deutschlandticket habe hier einen Schub gegeben, erklärt Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne). Am Freitag, dem Hauptreisetag, sind dann im Schnitt 700.000 Fahrgäste an einem Tag im Land unterwegs. Auf den Strecken Mannheim - Heidelberg, Karlsruhe - Stuttgart und Offenburg - Freiburg gibt es die meisten Fahrgäste.

Das Angebot sei zudem ausgebaut worden: So sind die die vom Land bestellten Zugkilometer zwischen 2019 und 2024 um 21 Prozent gestiegen. Allerdings wurde laut der Bilanz trotz der zusätzlichen Angebote das Zielkonzept für 2025 nicht vollständig erreicht. Dafür seien Erweiterungen der Infrastruktur nötig.

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Astrid Meisoll
Astrid Meisoll arbeitet als Moderatorin und Politik-Reporterin.

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