Das Land Baden-Württemberg und Vertreter der Deutschen Bahn haben bei einem Treffen in Stuttgart am Dienstag vereinbart, den Bahnverkehr für Reisende planbarer und stabiler zu machen. Dazu gehört beispielsweise, dass diese rechtzeitig über Fahrplanänderungen informiert werden sollen. Außerdem sollen Baustellen und der Ersatzverkehr zeitlich besser geplant werden.
An dem Treffen nahmen unter anderem Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) und Bahn-Vorstandschef Richard Lutz teil. Bereits 2023 hatte das Land einen Aktionsplan verabschiedet, damit sich die Situation verbessert.
Hermann: Baden-Württemberg ist Bahn-Länd
In der Absichtserklärung halten das Land und die Bahn nun fest, dass die Baumaßnahmen kundenfreundlicher gestaltet werden sollen. Das bedeutet, dass die Bahn Sperrungen frühzeitiger ankündigen und das Baustellenmanagement optimieren soll. Außerdem soll die Digitalisierung der Schiene vorangetrieben werden. Die Infrastruktur wie Bahnhöfe und Schienen sei enorm wichtig, damit die Eisenbahn für Reisende attraktiv sei.
Wir - Land und DB - sind uns einig: Ein wichtiger Schlüssel für die weitere Entwicklung liegt in der Infrastruktur, die ganz maßgeblich Qualität und Attraktivität der Eisenbahn beeinflusst.
Schriftlich vereinbart wurde außerdem, die Barrierefreiheit und Aufenthaltsqualität an Bahnhöfen in Baden-Württemberg zu verbessern. Darunter fallen stufenfreie Zugänge, größere Aufzüge und wettergeschützte Wartehäuschen. Außerdem sollen Rad-Abstellanlagen die Bahnhöfe fahrradfreundlich machen.
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Bahnhöfe in Waiblingen und Tübingen sollen modernisiert werden
Aus einer Statistik gehe hervor, dass sich der regionale Zugverkehr schon leicht verbessert habe, teilte das Land Ende Mai mit. Es seien aber noch weitere Maßnahmen nötig, um die Infrastrukturprobleme in den Griff zu kriegen. Bei dem Treffen am Dienstag wurde außerdem die Modernisierung von kleineren Bahnhöfen wie denen in Waiblingen, Tübingen oder Sigmaringen besprochen.
Hermann: Geld reicht nicht für eine gut funktionierende Bahn
Trotz des vom Bund zur Verfügung gestellten Sondervermögens reichen die Mittel laut Verkehrsminister Winfried Hermann nicht aus. Der Sanierungsstau sei gewaltig.
Die Mittel reichen nicht, um wirklich das zu erreichen, was wir wollen: Nämlich eine ganz gut funktionierende Bahn.
Dafür müsse man konsequent die nächsten 10 bis 20 Jahre durchhalten. Dabei seien auch kluge Absprachen und ein effizienter Umgang mit dem Geld nötig. Teil des Gipfels sei deswegen auch gewesen, wie man kostengünstiger bauen kann, so Hermann.
Land BW: Infos der Bahn kommen oft zu spät
Das Land Baden-Württemberg teilte vor dem Gipfel mit, Grund für Sperrungen seien nicht nur die Bauarbeiten für das Großprojekt Stuttgart 21. Es liege auch daran, dass der Bund derzeit viel Geld in die Reparatur und Instandsetzung von Schienen und Bahnhöfen investiere. Doch trotz zunehmender Sanierungen und Ausbaumaßnahmen müsse der Schienenverkehr verlässlich bleiben, fordert das Land Baden-Württemberg.
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Ankündigungen über Sperrungen seitens der Bahn erreichen die Verkehrsunternehmen oft nicht rechtzeitig, heißt es in einer Pressemitteilung des Landes von Ende Mai. Zwei Drittel aller Sperrungen sind demnach nicht innerhalb einer geltenden Frist mitgeteilt worden. Ein Beispiel dafür sei der gesperrte Nordzulauf zum Stuttgarter Hauptbahnhof im Februar gewesen. Dort seien am Tag der Sperrung die digitalen Fahrplandaten nicht aktuell gewesen, sagte der Verkehrsminister. Ziel sei es, die Zahl der Fahrgäste zu verdoppeln. Außerdem sollten diejenigen, die auf den Zugverkehr umsteigen, nicht von "Baustellenchaos" vertrieben werden, so Hermann weiter.