Viele Weihnachtssüßigkeiten sind dieses Jahr deutlich teurer geworden: Schoko-Weihnachtsmänner kosten je nach Marke und Größe zwischen 25 und fast 70 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr - bei gefüllten Lebkuchenherzen sind es bis zu 60 Prozent. Das geht aus der Auswertung der Preisapp smhaggle für die Deutsche Presse-Agentur hervor. Das sei allerdings eine Momentaufnahme der aktuellen Saison - Preise könnten sich auch noch etwas ändern.
Weihnachtsmänner bleiben trotz gesunkenem Kakaopreis teuer
Dabei ist der Kakaopreis am Weltmarkt im letzten Jahr deutlich gesunken. Es sei aber nicht zu erwarten, dass die aktuellen Preise nachgeben, sagte etwa eine Sprecherin des Waldenbucher Schokoladenherstellers Ritter Sport gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.
Woran liegt das? Die Süßwarenindustrie begründet den Preisanstieg - neben Energie-, Transport- und Personalkosten - mit dem nach wie vor hohen Kakaopreis: Der sei zwar deutlich gesunken, aber immer noch doppelt so hoch wie vor drei Jahren. Außerdem kommen die Preise laut einigen Herstellern nur sehr verzögert bei den Endverbrauchern an.
Denn: Saisonartikel der Süßwarenindustrie, wie Schoko-Osterhasen oder eben Weihnachtsmänner, werden komplett antizyklisch produziert. Das heißt, die Osterhasen fürs nächste Jahr werden schon im Herbst davor gegossen. Und die Weihnachtsmänner für das Jahresende schon im Frühjahr hergestellt. Der Kakao als Rohstoff wird noch früher eingekauft - bevor die Produktion losgeht. Anfang des Jahres lagen die Kakaopreise auf dem Weltmarkt noch sehr hoch, fast bei 10.000 Euro pro Tonne. Zum Vergleich: Jetzt ist der Preis gefallen auf rund 5.000 Euro, hat sich also halbiert. Aber die Weihnachtsschokolade, die jetzt im Regal steht, ist noch mit dem teuren Kakao hergestellt worden.
Wie ist das bei kleineren Schokomanufakturen?
Volker Gmeiner ist Konditormeister, Betriebswirt und gemeinsam mit seiner Frau der Inhaber der Confiserie Gmeiner. Das mittelständische Unternehmen stellt Gebäck, Pralinen und Schokolade her. Im Gegensatz zur Industrie produziert der Handwerksbetrieb in Appenweier im Ortenaukreis aber bis zum 15. Dezember die Schokolade, die dann unterm Baum liegt. "So können wir auch Lebensmittelverschwendung vermeiden", erklärt Gmeiner, weil keine bereits überproduzierte Ware entstehe. Vom Weltmarkt seien aber auch sie abhängig, denn auch ihre Verträge richten sich nach den Weltmarktpreisen.
Weihnachtsschokomänner, die bis zu 70 Prozent mehr kosten als im letzten Jahr, das betreffe die Industrie. "Die haben natürlich wahnsinnig ins Gewicht fallende Rohstoffkosten. Bei uns als handwerklich produzierendem Betrieb mit knapp 300 Mitarbeitenden fallen die Lohnkosten viel mehr ins Gewicht", so der Betriebswirt. Außerdem kaufe die Confiserie qualitativ hochwertigere Rohstoffe ein mit ohnehin vier- bis fünffach höheren Kosten als die Massenware - und da seien die Preise fast identisch wie 2024. "Aus diesem Grund haben wir die Preise für die Schokoweihnachtsmänner und Pralinenpackungen so gelassen, wie sie sind."
Doch eine Preissteigerung erwartet auch er: "Wenn die Mindestlohnerhöhung nächstes Jahr im Januar in Kraft tritt, das betrifft uns dann wiederum mehr als die Industrie."
Wann wird Schokolade wieder günstiger?
Sicher nicht in den nächsten Monaten, so Christoph Mautes aus der SWR Wirtschaftsredaktion. Die Schokoladenhersteller klagen über hohe Kosten für Personal, Energie und Transport. Lindt & Sprüngli zum Beispiel, ein milliardenschwerer Schokoladenkonzern, sagt, es sei im Moment nicht möglich, die Preise nach unten anzupassen. Einer der größten Schokoladenhersteller der Welt, das Schweizer Unternehmen Barry Callebaut, rechnet mit Entspannung erst Ende 2026. Also dann vielleicht für die nächsten Weihnachtsmänner.
Weihnachtssüßigkeiten Weihnachtsschokolade deutlich teurer als im vergangenen Jahr
Obwohl die Kakaopreise aktuell gesunken sind, sind Nikoläuse aus Schokolade in diesem Jahr bis zu 70 Prozent teurer als 2024. Wie kann das sein?
Die hohen Preise haben laut Fachleuten die Nachfrage nach Schokolade ohnehin bereits gedrückt. Laut dem Marktforschungsunternehmen YouGov kauften die Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland im August rund 20 Prozent weniger Tafeln. Dabei haben die Deutschen 2024 pro Kopf im Schnitt ganze 9,5 Kilo Schokolade verzehrt.