Süßes zur Weihnachtszeit

Weihnachtsschokolade deutlich teurer als im vergangenen Jahr

Obwohl die Kakaopreise aktuell gesunken sind, sind Nikoläuse aus Schokolade in diesem Jahr bis zu 70 Prozent teurer als 2024. Wie kann das sein?

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Stand

Von Autor/in Theresa Rauffmann, Christoph Mautes

Für die Schokolade zu Weihnachten müssen Verbraucher in diesem Jahr mehr zahlen als im vergangenen Jahr: Aktuell kosten etwa Schoko-Nikoläuse zwischen 25 und 70 Prozent mehr als 2024.

Die Preise für gefüllte Lebkuchenherzen sind um 60 Prozent gestiegen. Und Dominosteine sind um 25 Prozent teurer geworden. Das geht aus einer Auswertung der Preis-App Smhaggle hervor.

Schwankende Weltmarktpreise für Kakao

Der Grund: die schwankenden Kakaopreise. Im Frühjahr 2023 kostete eine Tonne Rohkakao laut der internationalen Kakaorganisation (ICO) unter 3.000 Euro.

Zwischenzeitlich stieg der Preis auf über 10.000 Euro. Dort lag er auch Anfang des Jahres. Zuletzt sank er zwar auf gut 5.300 Euro.

Schon im vergangenen Jahr waren die Preise für Weihnachtsschokolade gestiegen: Damals kosteten die Weihnachtsmänner bis zu 50 Prozent mehr als im Vorjahr, Lebkuchenherzen bis zu 32 Prozent mehr und Dominosteine 12 Prozent mehr.

Die Produktion von Saisonartikeln passiert allerdings antizyklisch: Die Hersteller beginnen schon Monate vorher mit der Produktion. Einige im Frühjahr, andere im Sommer.

Weihnachtsmann-Produktion ab Juni

Der Süßwarenhersteller Lambertz etwa begann dieses Jahr im Juni mit der Produktion von Lebkuchen, Printen und Dominosteinen. Und die Rohstoffe dafür werden noch früher eingekauft: Laut dpa kaufte Lambertz die bereits Anfang des Jahres – und damit zu den hohen Preisen.

Die Preise kommen bei den Verbrauchern deshalb nur verzögert an. Laut Experten ist der Kakaomarkt einer der schwankungsanfälligsten Märkte überhaupt. Denn er ist extrem wetteranfällig.

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Künftige Kakaoernten sind weniger planbar

Carsten Bernoth, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie, sagte Ende Oktober:

Durch den weltweiten Klimawandel werden die Abstände zwischen Extremwetterereignissen, die Ernten stark reduzieren können, immer kürzer.

Das mache auch künftige Kakao-Ernten deutlich unsicherer und weniger planbar als in der Vergangenheit. Gleichzeitig seien auch die Preise für Mandeln und Haselnüsse gestiegen - Zutaten die etwa in Nougat oder Marzipan verarbeitet werden.

Die Preise steigen - und die Landwirte werden ärmer

Laut dem Kakao-Barometer, das vom Voice Network, einem Zusammenschluss von über 30 Organisationen, herausgegeben wird, haben Ernteausfälle zu den "einmaligen Preissteigerungen" geführt, die "ironischerweise mit extremen finanziellen Schwierigkeiten für Landwirte einhergehen".

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Obwohl die Preise für Kakao steigen, kommt bei den Landwirten kaum etwa an, monieren Organisationen.

Volatilität und hohe Preise hätten Unternehmen sehr nervös und Landwirte sehr arm gemacht, heißt es in dem Bericht.

Schokoladenhersteller verweisen neben den Rohstoffpreisen als Gründe auch auf weitere Gründe, darunter höhere Preise für:

  • Personal
  • Energie
  • Transport.

Von Lindt und Sprüngli hieß es Berichten zufolge, dass es noch einige Zeit dauern werde, bis die gesunkenen Kakaopreise spürbar würden. Derzeit sei es nicht möglich, die Preise nach unten anzupassen.

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Verbraucher kaufen weniger Schokolade

Einer der größten Schokoladenhersteller der Welt, Barry Callebaut, der hauptsächlich für Industrie- und gewerbliche Kunden fertigt, rechnet mit einer deutlichen Entspannung bis Ende 2026.

Doch die hohen Preise sorgen schon jetzt dafür, dass Verbraucher weniger Schokolade kaufen - das zeigen Erhebungen mehrerer Marktforschungsunternehmen.

Hersteller versuchen das mit neuen Methoden zu umgehen: So verkleinerte der Milka-Hersteller Mondelez etwa Anfang des Jahres die Tafelgröße von 100 Gramm auf 90 Gramm. Dieses Vorgehen wird auch als „Shrinkflation“ bezeichnet. Doch Mondelez ging noch weiter: Gleichzeitig erhöhte das Unternehmen auch die Preise für die nun kleineren Tafeln.

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Theresa Rauffmann
Christoph Mautes

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