Der Sommer nimmt in den kommenden Tagen wieder Fahrt auf. Der Hitze entkommt man am besten durch einen Sprung ins Wasser. Baden und Schwimmen kann man in Baden-Württemberg nicht nur im Schwimmbad, sondern auch in Seen oder in Flüssen. Doch jedes Jahr passieren gerade dort zahlreiche Badeunfälle.
- Zahl der Badeunfälle in Baden-Württemberg angestiegen
- Zwischenbilanz: Statistik der DLRG zu Badetoten 2025
- Gründe für tödliche Badeunfälle
- Regeln fürs sichere Baden und Schwimmen
- So erkennt man Ertrinkende im Wasser
- Schutz vor Bakterien in Seen und Teichen
So viele Badeunfälle gab es im Jahr 2024
Im vergangenen Jahr starben laut Deutscher-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) deutschlandweit 411 Menschen bei Badeunfällen. Das seien 31 Todesfälle mehr als im Vorjahr und mehr als in den vergangenen vier Jahren.
Allein in Baden-Württemberg waren es demnach 48 Todesfälle. Gefährlich ist es laut DLRG Bericht vor allem an unbewachten Badestellen. Dort, wo keine Rettungskräfte der DLRG sind. Deshalb sterben die meisten Personen in Flüssen und Seen. Die meisten Todesopfer seien dabei 50 Jahre und älter, aber auch bei den unter 20-Jährigen sei die Zahl der Opfer hoch, so die Retter.
Zwischenbilanz: Statistik der DLRG zu Badetoten 2025
Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hat am Donnerstag eine Statistik zu Badetoten veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass seit Beginn der Badesaison Anfang Mai 2025 in den Gewässern in Deutschland rund 150 Menschen ertrunken sind. In den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres kamen demnach mindestens 236 Personen im Wasser zu Tode. Das sind 16 Personen weniger als im gleichen Zeitrum des Vorjahres. "Sah es im Juni noch danach aus, dass die Zahl der tödlichen Badunfälle im Vergleich zu den Vorjahren deutlichen ansteigen könnte, traf diese Befürchtung nach dem regenreichen Juli nicht ein", sagte DLRG Präsidentin Ute Vogt.
Gründe für tödliche Badeunfälle
Vor allem der August hat es in sich. Laut DLRG-Statistik kommen in diesem Monat die meisten Menschen bei Badeunfällen ums Leben. Die Gründe für die zahlreichen Todesfälle sind dabei oft unterschiedlich.
Vor allem Kinder, die nicht schwimmen können, kommen laut DLRG ums Leben, weil die Aufsichtspersonen nicht genügend aufpassen. Schwimmflügel und andere Schwimmhilfen allein bieten demnach nicht genügend Schutz vor dem Ertrinken.
Neben dem plötzlichen Herztod, seien oft auch Übermut, Selbstüberschätzung, Alkohol und Drogenkonsum die Ursachen, dass Menschen ertrinken, so die DLRG. Das Urteilsvermögen sei dann oft beeinträchtigt und das Risiko, im Wasser in Schwierigkeiten zu geraten, sei erhöht. Auch unerwartete Strömungen in Flüssen seien zudem ein Risikofaktor. Dadurch könnten selbst erfahrene Schwimmer in Gefahr geraten, schreibt die DLRG auf ihrer Internetseite.
Regeln zum Baden und Schwimmen in offenen Gewässern
Im Netz findet man verschiedene Hinweise und Baderegeln, mit deren Hilfe Unfälle vermieden werden können. Laut einem Experten der DLRG sollte man möglichst an bewachten Gewässern schwimmen und baden gehen. Zuvor sollte man sich abkühlen und sich über den See oder den Fluss informieren - wo ist der Schwimmer- und wo der Nichtschwimmerbereich? Auch sollte man laut DLRG die eigene Kraft nicht überschätzen. Deshalb sei es wichtig, wenn möglich, zu zweit ins Wasser zu gehen oder zur Sicherheit eine Schwimmboje mitzunehmen.
Bei Kindern sei es besonders wichtig, dass diese nur zusammen mit den Aufsichtspersonen ins tiefe Wasser gehen und nur dann, wenn die Kinder auch sichere Schwimmer seien. Aus Sicht der DLRG reicht das Seepferdchen-Abzeichen hier nicht aus. Als sichere Schwimmer gelten diejenigen, die mindestens 15 Minuten ohne Pause schwimmen können - das ist Anforderung für das Schwimmabzeichen in Bronze.
Bei aufziehendem Gewitter sollte man laut DLRG direkt ans Ufer schwimmen, um so schnell wie möglich aus dem Wasser zu kommen.
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Die DLRG rät vor allem Menschen, die Wassersport treiben, zum Tragen einer Schwimmweste. Diese unterstütze mit ihrem Auftrieb beim Schwimmen und sorge dafür, dass der Sportler oder die Sportlerin an der Wasseroberfläche bleibt. Auch gute Schwimmer seien nicht davor gefeit, nach einem Sturz ins Wasser Kreislaufprobleme zu bekommen und sollten sich deshalb schützen, so die DLRG.
Wenn man sich im Wasser plötzlich unsicher und kraftlos fühlen sollte, schlägt die DLRG vor, sich auf den Rücken zu legen, leichte Beinschläge zu machen, ruhig zu atmen und die Kräfte zu sammeln, bis man zurück ans nächste Ufer schwimmen kann.
Vor dem Baden und Schwimmen im Rhein warnt die DLRG hingegen eindringlich. Die Strömung dort werde regelmäßig unterschätzt. Es gebe dort viele Gefahren wie große Schiffe und andere Bauwerke im Wasser, so ein Experte.
So erkennt man Ertrinkende im Wasser
Laut DLRG ertrinken Menschen meist still und unbemerkt und nicht laut rufend wie in Filmen. Man erkennt die Person oft daran, dass sie senkrecht im Wasser ist und aussieht, als ob sie schwimmt, aber nicht vorankommt. Der Kopf ist dabei oft nach hinten gebeugt und die Augen weit aufgerissen, während sich Mund und Nase immer wieder unter Wasser befinden. Daher gelinge es Ertrinkenden meist nicht, nach Hilfe zu rufen, so die DLRG. Das Winken fällt dabei schwer, weil sich die Person meist mit ausgestreckten Armen über Wasser halten muss.
Sollte man so eine Situation beobachten, rät die DLRG dazu, laut um Hilfe zu rufen. Sollte die Badestelle nicht beaufsichtigt sein, soll man den Notruf 112 anrufen und der Person einen Gegenstand zu werfen - einen Ast zum Beispiel oder einen Schwimmring. Ganz wichtig sei es aber, sich nie selbst in Gefahr zu bringen.
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Schutz vor Algen und Bakterien im See
Auch Bakterien und Algen können beim Baden und Schwimmen in Seen und Teichen eine Gefahr darstellen. Elisabeth Rudolf vom Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises sagt, oft kämen zu hohe Konzentrationen an e.-Coli-Bakterien oder Enterokokken-Bakterien vor, wenn sich etwa Gänse vermehrt im See aufhielten.
Diese Darmbakterien kommen ganz natürlich im Gänsekot vor, so Rudolf. Ist die Konzentration im Wasser zu hoch, können sie Magen-Darm-Erkrankungen beim Menschen hervorrufen. Schlieren und grünlicher Schleim seien ein Indiz dafür. Dann sollte man nicht mit offenem Mund ins Wasser gehen, sagt die Expertin. Auch Blaualgen, also Cyanobakterien, können gefährlich werden und die Schleimhäute reizen. Von Zerkarien, Wurmlaven im Vogelkot, kann man dagegen juckende Pusteln bekommen.
Wer auf Nummer sicher gehen will, soll laut Rudolf in der Mitte des Sees schwimmen, dort ist die Bakterienkonzentration meist niedriger - und danach dann direkt ab unter die Dusche.
Tatsächlich sei die Wasserqualität in den meisten Seen in Baden-Württemberg aber unbedenklich, so Rudolf. Das Gesundheitsamt prüfe regelmäßig alle Badeseen im Land. Die Ergebnisse findet man in der Badegewässerkarte des Landesgesundheitsamtes.