Trotz Schutzmaßnahmen gibt es viele Orte in Baden-Württemberg, an denen Störche ein Nest bauen, obwohl es gefährlich für sie sein kann. Im Erlebnispark Tripsdrill in Cleebronn (Kreis Heilbronn) versucht ein Storchenpaar erneut, auf einer Achterbahn ein Nest zu bauen. In Rastatt hat sich ein Paar auf Stromleitungen niedergelassen und in Bischweier (Kreis Rastatt) auf einem Funkturm. Die Gründe für die Wahl solcher Standorte sind vielfältig.
Warum Störche potenziell gefährliche Nistplätze aussuchen
Störche gehören zu einem sogenannten Kulturvolk und suchen die menschliche Nähe, erklärt der Storchenbeauftragte des Naturschutzbunds, Stefan Eisenbarth. Die Vögel seien ihrem Horst, also ihrem Nest, treu, und kämen wiederholt zurück an den gleichen. Wenn bereits an einer Stelle erfolgreich gebrütet wurde, könne das auch einen Einfluss darauf haben. Es gebe aber noch viele offene Fragen in diesem Bereich, so Eisenbarth.
Das Entfernen von Nestern: Gesetzeslage
Der Storch ist zwar seit 2016 nicht mehr auf der Roten Liste der Vögel in Deutschland, so der Deutsche Rat für Vogelschutz, dennoch gilt das Tier nach dem Bundesnaturschutzgesetz als geschützt. Demnach ist das Entfernen eines Horsts ohne Genehmigung illegal und kann zu Geldstrafen führen.
Eine Ausnahmegenehmigung gebe es in bestimmten Fällen, so Eisenbarth. Im vergangenen Jahr lag ein älteres Storchennest auf einer Hochspannungsleitung in Sinsheim (Rhein-Neckar-Kreis). Das Problem: Storchennester können 300 bis 500 Kilogramm wiegen - darauf seien die Leitungen natürlich nicht ausgelegt, erklärt Eisenbarth.
Versuchte Abwehrmaßnahmen gegen Nester
Damit es gar nicht zu ungünstig platzierten Nestern kommt, gibt es verschiedene Ansätze. Allerdings sei es schwierig, räumt Eisenbarth ein: Der Storch sei zu erfinderisch, um eine geeignete Lösung zu finden. Der Experte gibt ein Beispiel: In Plittersdorf (Kreis Rastatt) nisten viele Störche auf Strommasten. Um sie davon abzuhalten, wurden vier Stäbe an einen Mast angebracht. Doch die Störche nutzten die Stäbe, um das Nistmaterial zu befestigen. Es gebe wirklich nur wenige Sachen, die funktionieren, so Eisenbarth - zum Beispiel die Befestigung von runden Kuppeln, damit das Nestmaterial runterrutscht.