So geht es jetzt weiter

Neuer Albaufstieg der A8: Bauvorbereitungen beginnen

Über den mehrspurigen Ausbau der A8 zwischen Mühlhausen und Hohenstadt wird seit Jahrzehnten gerungen und gestritten. Jetzt beginnen die Vorbereitungen für den Bau.

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Von Autor/in Christin Hartard

Der Ausbau des neuen Albaufstiegs der A8 zwischen Mühlhausen und Hohenstadt (Kreis Göppingen) rückt näher - zumindest wird jetzt der Bau für das Großprojekt vorbereitet. Zwei Jahre lang soll diese sogenannte Bauvorbereitungsphase dauern, teilt die Autobahn GmbH Südwest mit. Der Spatenstich soll dann im Herbst 2027 kommen.

Ausgleich für die Natur durch neugepflanzte Bäume

In der Bauvorbereitungsphase sollen zum Beispiel 1.000 Bäume gepflanzt werden, um spätere Eingriffe in die Natur beim Bau auszugleichen. Außerdem werden die detaillierten Planungen der beiden Tunnel und Brücken weiter ausgearbeitet. Die Autobahn GmbH Südwest muss außerdem Grundstücke kaufen oder pachten, um dort für den Bau benötigte Büros oder Lagerplätze einzurichten. Schließlich werden Baustraßen und Brücken errichtet, auf denen dann Baumaterialen und Maschinen angeliefert werden können.

Baustelle der Albaufstiegstraße, 1957 fertiggestellt
Der Albabstieg wurde 1937, die Albaufstiegstraße 1957 fertiggestellt - seitdem wurde nichts Wesentliches mehr ausgebaut an der Strecke.

Vor Beginn des Tunnelbaus muss ein Entwässerungssystem installiert werden, um die beim Bau anfallenden Karstwassermengen wieder dem Grundwasser zuzuführen. Ab Herbst sollen dann archäologische Untersuchungen erfolgen. Danach beginnen die europaweiten Ausschreibungen und die sich daran anschließenden Vergabeprozesse. Baubeginn könnte dann im Herbst 2027 sein. Die Autobahn GmbH Südwest rechnet mit sieben Jahren Bauzeit.

So soll der neue Albaufstieg aussehen

Der geplante Neubau der A8 zwischen Mühlhausen und Hohenstadt: Linien zeigen die alte und neue Streckenführung des Albaufstiegs.
Der geplante Neubau der A8 zwischen Mühlhausen und Hohenstadt: Die blaue Linie zeigt die neue Streckenführung mit zwei Brücken und zwei Tunneln. Die gelbe und grüne Linie zeigen die beiden Albauf- und Albabstiegsstraßen wie sie heute verlaufen.

Die neue A8 soll beide Strecken zusammen- und mit zwei Brücken und Tunneln mitten durch den Berg führen. Der Vorteil laut Autobahn GmbH: weniger Steigung, eine kürzere Strecke und drei Fahrstreifen pro Richtung plus Standstreifen. Und das wiederum soll zu weniger Stau führen. Die alte Aufstiegsstrecke wird zur Landesstraße. Die alte Abstiegsstrecke soll laut Autobahn GmbH ein "touristisches Highlight werden". Geplant ist ein Landesradweg.

Alles unter dem Vorbehalt, dass die Finanzierung weiter steht

"Voraussetzung für den Fortgang des Projektes ist eine über die gesamte Bauzeit durchgängige Finanzierungsperspektive", mahnt die Autobahn GmbH Südwest sanft. Denn in Zeiten klammer Kassen und Investitionen in Sondervermögen sind auch die Sanierungen und Ausbauten der Autobahnen gefährdet - außerdem gibt es keine Planungssicherheit.

Die bundeseigene Autobahn GmbH hat deswegen einen sofortigen Ausschreibungsstopp für das Jahr 2025 verhängt. Das sagte ein Sprecher der Gesellschaft auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Vor Inkrafttreten des Bundeshaushalts habe die Autobahn GmbH keine zusätzlichen Mittel. Seit Januar gilt im Bund eine sogenannte vorläufige Haushaltsführung. Bürgergeld, Rente oder Kindergeld sowie Fördermittel aus bestehenden Programmen werden weiter gezahlt - neue Projekte aber können nicht ohne Weiteres angestoßen werden. Und über den Haushalt entscheidet der Bundestag erst im September. Es sei daher wichtig, dass die umliegenden Gemeinden in Sachen Albaufstieg beim Bund noch mal Druck machten, so die Autobahn GmbH Südwest.

Infokampagne soll 15.000 Anwohnerinnen und Anwohner informieren

Bürger in den Gemeinden an dem Streckenabschnitt hatten in den vergangenen Jahren immer wieder für einen schnellen Ausbau der A8 demonstriert. Der Grund: Bei Stau sind die Gemeinden durch den Durchgangsverkehr stark belastet. "Wenn hier am Wochenende Stau ist, dann fahren wir nicht weg. Wir kommen ja gar nicht raus!", erzählt eine Anwohnerin aus Mühlhausen. "Das muss endlich gemacht werden mit dem neuen Albaufstieg. Das dauert alles zu lange", beklagt sich eine andere Bürgerin.

Um die Bürgerinnen und Bürger über die nächsten Schritte beim Autobahn-Projekt zu informieren, startet die Autobahn GmbH des Bundes eine Kommunikationskampagne. 15.000 Haushalte in den umliegenden Gemeinden sollen mit einer Broschüre informiert werden. "Die Broschüre zeigt die Ausgestaltung des Bauprojekts, vom Landschaftsschutz bis hin zu den Abläufen und der Koordination aller Planungsbeteiligten", erklärt Christine Baur-Fewson, Direktorin der Autobahn GmbH Niederlassung Südwest.

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Christin Hartard