Nach dem Absturz eines Artistenpaars in Stuttgart Anfang Januar hat auch der zweite Patient das Krankenhaus verlassen. Wie das Stuttgarter Marienhospital am Dienstag auf SWR-Anfrage mitteilte, könne Dmitriy Grygorov zwar die Beine noch nicht voll belasten, aber es gehe ihm aktuell recht gut. Er hat mehrere schwierige Operationen hinter sich. Auch ein Stück Fleisch musste transplantiert werden.
Absturz im Zirkus: Sprunggelenke waren zersplittert
Der ukrainische Luftartist Dmitriy Grygorov war zusammen mit einer weiteren Artistin aus mindestens fünf Metern Höhe abgestürzt. Während sie laut Krankenhaus mit Prellungen davon kam, zeigte eine Computertomografie: Seine beiden Sprunggelenke waren "völlig zersplittert, Knochen lagen frei". So beschreibt es Ulrich Liener, Ärztlicher Direktor der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sporttraumatologie am Marienhospital.
Es folgten mehrere Operationen, bei denen das Krankenhaus-Team die Knochen rekonstruierte. Experten der plastischen Chirurgie transplantierten außerdem einen rund 20 Zentimeter großen, "gut durchbluteten Muskellappen" aus dem Oberschenkel auf die offene Wunde.
Artist will wieder im Zirkus auftreten
Noch kann Dmitriy Grygorov seine Beine und Füße nicht vollständig belasten. Deswegen könne er auch noch nicht eine Reha machen, heißt es vom Marienhospital weiter. Allerdings trainiere der Artist wieder - ohne Belastung seiner Extremitäten. Denn sein Ziel sei es, wieder als Artist im Zirkus aufzutreten.
Dem Krankenhaus dankt er mit folgenden Worten: "Ich bin überglücklich und zutiefst dankbar, mich in den Händen wahrer Spitzenprofis zu befinden, die mir die Chance geben, zu meiner geliebten Arbeit als Artist zurückzukehren und das Publikum weiterhin mit meiner Kunst zu berühren und zu inspirieren. Von Herzen ein riesiges Dankeschön und meine tiefste Verneigung."