Am Flughafen Stuttgart ist am Dienstagabend ein außergewöhnlicher Schwertransport abgehoben: Eine Antonov An-124, eines der größten Frachtflugzeuge der Welt. An Bord hat die Maschine ein 80 Tonnen schweres Bauteil für ein Kraftwerk in Malaysia.
Viele Schaulustige verfolgen imposanten Start
Tobias Susteric von der Verpackungsfirma Axxum aus Markgröningen (Kreis Ludwigsburg) hat daran gearbeitet, das Bauteil sicher zu verpacken. Den spektakulären Start wollte er sich – wie viele andere auch – nicht entgehen lassen: „Hier waren so viele Schaulustige an den Zäunen gestanden, die hier mitgefiebert haben, dass das Flugzeug jetzt endlich abhebt. Und wir hatten ehrlich gesagt auch alle Gänsehaut."
Bei der Fracht handelt es sich laut Flughafen um einen Rotor. Das Bauteil ist von großer Bedeutung, weil das malaysische Kraftwerk damit mehr als eine halbe Million Menschen mit Strom versorgt. Der schwere Rotor wurde bereits Ende Januar von Malaysia nach Stuttgart geflogen, um im Schwarzwald repariert zu werden. Auch damals war dafür eine Antonov-Maschine im Einsatz.
Badische Firma bekam Spezialauftrag
Das Maschinenbauunternehmen KPG Rotating Solutions aus Albbruck (Kreis Waldshut) reparierte das Bauteil in den vergangenen Monaten. "Aufgrund der hohen Bedeutung des Generators für die sichere Stromversorgung von mehr als 500.000 Haushalten in Malaysia war eine möglichst kurze Ausfallzeit und damit eine schnelle Reparatur entscheidend", erklärt das Unternehmen. Deshalb sei nur ein Lufttransport infrage gekommen.
Für das Verladen setzte die Firma einen Spezialkran ein. Wie eine Sprecherin erklärte, habe dieser aus Sicherheitsgründen nur nachts auf dem Rollfeld aufgebaut werden dürfen. Deshalb wurde das Bauteil bereits in der Nacht auf Sonntag am Flughafen Stuttgart verladen.
Antonov-Flugzeug in Stuttgart ungewöhnlich
Flughafensprecher Johannes Schumm sagte dem SWR, der Schwerpunkt des Flughafens liege eigentlich nicht im Güterverkehr. "Wir sind kein spezieller Luftfracht Standort, aber es gibt natürlich trotzdem für die Unternehmen im Land die direkte Möglichkeit, solche Spezialteile in die Welt zu fliegen."
Die Landung einer Antonov-Maschine sei in Stuttgart ungewöhnlich. "Die war schon hin und wieder mal da, wenn es etwas Größeres zu transportieren gab", sagte Schumm. "Aber es ist schon etwas Außergewöhnliches, wenn eins der größten Flugzeuge der Welt hier in Stuttgart landet."