Der Automobilbranche geht es nicht gut. Das macht sich gerade massiv an den Standorten der Autobauer und -zulieferer bemerkbar, auch in der Region Stuttgart und in Friedrichshafen. Die Bürgermeister-Initiative "Für einen starken Automobilstandort" fordert daher die Bundesregierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auf, sich in Brüssel schnell dafür einzusetzen, dass die industriepolitischen Ziele der Bundesregierung zum Autostandort Deutschland auf europäischer Ebene umgesetzt werden.
Bürgermeister wollen Berlin in Brüssel handeln sehen
"Der Koalitionsvertrag bekennt sich klar zur Automobilindustrie als Schlüsselbranche, zur Technologieoffenheit und zur gezielten Förderung klimafreundlicher Antriebe", sagte Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) laut einer Mitteilung.
Zusammen mit Simon Blümcke, dem Oberbürgermeister von Friedrichshafen (parteilos) und den beiden OBs von Wolfsburg und Saarbrücken ist er Initiator des Bündnisses und verfasste eine entsprechende Erklärung an die Bundesregierung in Berlin.
Autozulieferer streicht allein dort 1.300 Stellen Stellenabbau bei Bosch: Schwäbisch Gmünd trifft es besonders hart
Der Autozulieferer Bosch will am Standort Schwäbisch Gmünd 1.300 Stellen in seiner Lenkungssparte streichen. Oberbürgermeister Arnold sprach von einem "extrem schweren Schlag".
Die Kernforderungen des mehr als 30 Kommunen starken Bürgermeister-Bündnisses lauten: Technologieoffenheit für alle klimafreundlichen Antriebsarten inklusive Plug-in-Hybriden, Aussetzung der CO2-Strafzahlungen für Fahrzeugflotten, Lade- und Wasserstoffinfrastruktur stärken und Innovationsförderung statt Regulierungsexzesse.
Bündnis: "Papier allein schafft keine Standortsicherheit"
Der Koalitionsvertrag der Großen Koalition spiegele diese Ziele klar. Wenn die Bundesregierung eine starke Automobil- und Zulieferindustrie als Schlüsselindustrie und Arbeitsplatzgarantie für die Zukunft in Deutschland sehe - wie es im Koalitionsvertrag steht - , dann "müssen jetzt Kanzler Merz und Wirtschaftsministerin Reiche diese Inhalte auch mit Nachdruck gegenüber der Europäischen Kommission vertreten", so die vier Oberbürgermeister. Das Papier allein schaffe keine Standortsicherheit. Hunderttausende Arbeitsplätze würden aber von der Transformation in der Automobilbranche abhängen.
Aufgrund von Abschreibungen im Geschäftsjahr 2024 Stuttgart: Porsche SE mit Milliarden-Verlust
Die Volkswagen-Eigentümerholding Porsche SE ist wegen Abschreibungen auf ihre Beteiligungen an VW und dem Sportwagenhersteller Porsche AG in die roten Zahlen gerutscht.
Weniger Verkäufe und Stellenabbau in Stuttgart
Ebenfalls am Dienstag war bekannt geworden, dass der Stuttgarter Autobauer Porsche im ersten Halbjahr 2025 weniger Autos verkauft hat und dass Daimler Truck rund 5.000 Stellen abbauen will.