Der ICE-Sprinter "1163" Berlin - Stuttgart, der täglich planmäßig um 16:12 Uhr von Berlin Richtung Süden fahren soll, wird aktuell in den Fahrplanauskünften der Deutschen Bahn nicht mehr angezeigt. Dabei fahre er regulär, versicherte die Bahn am Mittwoch auf SWR-Anfrage. Wegen eines Systemfehlers sei aber die Verbindung in den Fahrplanauskünften gegenwärtig nicht mehr zu finden. Auch für die kommenden Tage fehlte der Zug zunächst einmal im Onlinefahrplan.
Verbindung wird nicht mehr angezeigt
Fahrgäste berichten, dass sie in den vergangenen Tagen für die gebuchte Verbindung eine Mitteilung erhalten hätten, dass der ICE-Sprinter nicht fahren werde und man eine andere Verbindung nutzen solle. "Das tut uns sehr leid und wir entschuldigen uns sehr für die Unannehmlichkeiten", sagte ein Bahnsprecher dem SWR.
Bessere ICE-Verbindungen, weiterhin Baustellen Neuer Fahrplan der Bahn: Was sich in Baden-Württemberg ändert
Mehr Züge, kürzere Fahrzeiten - aber auch weiter Behinderungen durch Baustellen. Mitte Dezember tritt der neue Fahrplan in Kraft. Ein Überblick über die Veränderungen im Land.
Sind noch weitere Verbindungen betroffen?
Ob dieser Systemfehler auch Auswirkungen auf andere Verbindungen und Züge hat, kann die Bahn nicht sagen. Man sei durch die SWR-Anfrage erst auf den Systemfehler aufmerksam geworden. Man arbeite mit Hochdruck daran, den Fehler zu beheben. Das bedeutet auch, dass - obwohl der Zug fährt - explizit für diese Verbindung um 16:12 Uhr ab Berlin nach Stuttgart auch in den kommenden Tagen keine Fahrkarten, zum Beispiel Sparpreise, gebucht werden können.
Fahren Geisterzüge durch Deutschland?
Eine Zwischenlösung ist: Der Zug ist als Sonderfahrt gekennzeichnet und mit einer anderer Zugnummer. Fahrtroute und Fahrzeiten stimmen mit der ursprünglichen Verbindung aber überein. Für viele Reisende kam diese Maßnahme am Mittwoch offenbar zu spät. Denn tatsächlich war der Zug am Mittwochnachmittag nahezu leer.
SWR-Mitarbeiterin Sandra Kolnik war eine von wenigen Fahrgästen, die in Berlin in den Zug eingestiegen sind. "Im Großraum saßen außer uns nur fünf andere Personen", so Kolnik. Und das auf einer Strecke, bei der häufig Fahrgäste keinen Sitzplatz finden. Die Zugbetreuer hätten praktisch nichts zu tun gehabt.
Reisende: Am Bahngleis und im Zug fast keine Menschen
Verwirrung gab es anfangs kurz in Berlin, als eine Durchsage die Fahrgäste erst ans Gleis gegenüber und dann wieder zurückschickte. Auch im Zug hätte die Information besser sein können, beschreibt Kolnik: "Auf den Bildschirmen hieß es: Die Fahrt würde in Nürnberg enden." Letztlich fuhr der Zug doch weiter bis Stuttgart. Wegen Baustellen dauerte die Fahrt gut eine Stunde länger. Sandra Kolnik zieht trotzdem eine positive Bilanz: "Es war eine entspannte Zugfahrt ohne Umsteigen. Gut, dass wir in den Zug eingestiegen sind, obwohl wir vorher die Meldung hatten, dass er nicht fahren würde." Wie viele Menschen sich das in den nächsten Tagen trotz Systemfehler-Verwirrung trauen, ist noch fraglich.
ICE-Sprinter fährt wegen Bauarbeiten länger
Für die kommenden Tage fehlt die Verbindung nach wie vor. Erst ab kommenden Mittwoch erscheint der Sprinter "ICE 1163" wieder in der Fahrplanauskunft. "Wir legen gerade tagesaktuell für die Verbindung eine Sonderfahrt an", so ein Bahnsprecher. Man hoffe, dass der Sprinter noch vor dem Wochenende wieder regulär in der Fahrplanauskunft auftaucht.
Wir arbeiten daran, dass ab Freitag der Sprinter wieder regulär in der Onlineauskunft zu finden ist.
Der ICE, der täglich die beiden Städte in unter fünf Stunden verbinden soll und erst seit Dezember fährt, braucht aktuell etwas länger, da der Zug zwischen Nürnberg und Stuttgart wegen Bauarbeiten eine Umleitung fahren muss. Morgens fährt ein Zug von Stuttgart nach Berlin, am Nachmittag ein Zug von Berlin nach Stuttgart.