In Weissach im Tal (Rems-Murr-Kreis) gibt es Proteste von Bürgerinnen und Bürgern zum neuen Spielplatzkonzept der Gemeinde. Es sollen drei Kinder-Spielplätze dicht gemacht werden, weil an anderer Stelle eine neue Anlage gebaut wird. Die alten Spielplatzflächen sollen mit Wohnhäusern bebaut werden. Kritiker finden, dass die Spielplätze erhalten bleiben sollten, vor allem, wegen der bestehenden Bäume.
Gemeinde Weissach braucht Geld für neue Spielplätze
Auf der einen Seite will die Gemeinde bei einem Schulzentrum eine sogenannte Pumptrack-Anlage und einen Dirt Park (zu Deutsch: Dreck-Park) anlegen. Das ist ein Gelände mit mehreren Erdhügeln, auf denen Kinder und Jugendliche mit dem Fahrrad unterwegs sein und die unebene Strecke befahren können. Weissach im Tal wolle in allen Ortsteilen attraktive Spielmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche schaffen, sagt Bürgermeister Daniel Bogner (FDP). "Wir investieren gezielt. Wir schauen, wo ist ein Bedarf, was fehlt vielleicht der Gemeinde noch," so Bogner.
Aber dafür brauche es Geld. Es gebe zwar ordentlich Zuschüsse, aber rund 100.000 Euro müsse die Gemeinde dafür noch selbst bezahlen, teilt sie dem SWR mit. Die neue Anlage soll finanziert werden, indem ein paar alte Spielplätze als Bauplätze verkauft werden. Ein Spielplatz wurde bereits durch ein Mehrparteienhaus ersetzt.
Petition: Anwohner und Eltern wollen Spielplätze erhalten
Bei Anwohnern, Kindern, Eltern und Großeltern regt sich aber Widerstand was die beiden verbleibenden Spielplätze angeht. Vor allem auch wegen eines Spielplatzes am Ortsrand von Unterweissach. Denn dieser ist von großen alten Bäumen umgeben. "Es ist halt hier viel schattiger als am Grundschulspielplatz", sagt zum Beispiel die elfjährige Nora Werner. Und Anwohnerin Susanne Haußer findet: "Es ist wichtig in unserem Klima heutzutage, dass es so bleibt wie es ist, und dass nicht noch mehr versiegelt wird".
Mittlerweile gibt es Petitionen an Gemeinderat und Landtag zum Erhalt der Spielplätze. Dort haben bereits mehrere hundert Menschen unterschrieben. Sie haben auch schon Ideen, wie sie die Gemeinde finanziell entlasten könnten. So wollen die Anwohnerinnen und Anwohner etwa beim Rasenmähen oder Heckeschneiden mithelfen. Der Gemeinderat in Weissach im Tal will nun im Herbst noch einmal über das Spielplatzkonzept diskutieren.