Die Bergwacht hat bei Neidlingen (Kreis Esslingen) zwei Wanderinnen aus einer misslichen Lage gerettet. Die Frauen waren am Samstag einem Wanderweg gefolgt, der im Internet angezeigt war. Dann saßen sie plötzlich an einem Abhang fest. Zum Albtrauf der Schwäbischen Alb gehören viele hohe Abbruchkanten und Steilhänge.
Albtrauf: Weg aus dem Internet führt Wanderinnen an Abhang
Die 19- und 24 Jahre alten Frauen wollten nach Angaben der Polizei am Sonntag vom Tal in Neidlingen aus in Richtung Albhochfläche laufen. Sie seien einem Weg gefolgt, der ihnen online angezeigt wurde. Dabei seien sie irgendwann seitlich im steilen Gelände des Albtraufs gelandet. Von dort verlor sich der Weg zwischen den Felsen.
Bergwacht rettet Frauen per Seil
Die beiden Frauen hätten dann einen Notruf abgesetzt, was die Polizei in so einer Situation als richtiges Verhalten wertet. Wenig später sei die Bergwacht angerückt. Sie konnte die beiden Frauen mit Seilen sichern und die restlichen rund 25 bis 30 Meter bis zur Felskante hochziehen. Verletzt wurde niemand. Die beiden Wanderinnen konnten abends nach dem Schreck wieder nach Hause gehen.
Alpenverein ruft zur Eigenverantwortung auf
Bei der Nutzung von Wanderapps oder Routenbeschreibungen im Internet sei es wichtig, dass sich Wanderlustige bereits im Vorfeld des Ausflugs richtig informieren, sagt Sandra Holte vom DAV Schwaben. Der Alpenverein klärt seine Mitglieder in Grundkursen für das Bergwandern regelmäßig darüber auf, wie beliebte Wanderapps und andere digitale Hilfsstellungen richtig genutzt werden können.
"Viele Wanderer verlassen sich darauf, dass Wanderrouten im Internet perfekt präsentiert werden und verlassen sich dann blind auf das Angebot", sagt Sandra Holte. Genau das sei aber ein Fehler, denn die digitalen Angebote würden teilweise mit ganz unterschiedlichen Kartengrundlagen arbeiten, die nicht immer verlässlich seien. Deshalb sei es ratsam, die ausgesuchten Routen auch mal bei anderen Anbietern gegenzuchecken. Wer einen wirklich sicheren Wanderweg nutzen möchte, solle sich vor allem auf beschilderten Wegen aufhalten. Diese Wege würden regelmäßig kontrolliert werden, sagt Sandra Holte.