Arbeitsreich, aber ohne gravierende Vorfälle

Silvesternacht in der Region Stuttgart: Positive Bilanz

Polizei und Feuerwehr in Stuttgart und den Kreisen ringsum melden für Silvester eine arbeitsreiche Nacht mit vielen Einsätzen. Tote oder Schwerverletzte gab es aber nicht.

Teilen

Stand

Von Autor/in Fabian Ziehe

Feuerwehr Stuttgart
Polizei Stuttgart
Polizei Kreis Ludwigsburg
Polizei Kreis Böblingen
Polizei Kreis Esslingen
Polizei Kreis Göppingen
Polizei Rems-Murr-Kreis

Stuttgart: Feuerwehr zieht nach Silvester positive Bilanz

Ein leichter Rückgang bei den Einsätzen, keine Verletzten bei Bränden und auch keine gewaltsamen Übergriffe auf Einsatzkräfte - die Feuerwehr Stuttgart zieht eine positive Silvesterbilanz. "Es war arbeitsintensiv, aber alles hat gut geklappt", sagte der Sprecher der Feuerwehr Stuttgart, Daniel Anand, dem SWR. 75 Einsätze zählten er und seine Kollegen bis zum frühen Morgen, am Neujahrsmorgen mussten sie wegen Bränden durch Feuerwerk noch ganz vereinzelt ausrücken. Das ist etwas weniger als in den Vorjahren: Beim Jahreswechsel 2024/25 etwa war die Feuerwehr Stuttgart noch zu rund hundert Brandeinsätzen ausgerückt.

In der Silvesternacht sei die hohe Zahl kleiner und gleichzeitiger Brände in Stuttgart herausfordernd gewesen, so Anand. Er unterstrich deshalb den Einsatz von "weit über hundert" ehrenamtlichen Feuerwehrleuten, die die rund hundert Berufsfeuerwehrleute unterstützten. "Ehrenamtliche Einsatzkräfte sind bei solchen Einsatzlagen immer besonders wichtig", so Anand. Die größten Einsätze: In Zuffenhausen standen Palettenstapel im Hinterhof eines Baustoffhandels in Flammen. In Stuttgart-Mitte brannte der Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses. Ein brennender Kleintransporter musste in Stuttgart-West gelöscht werden. Und in Stuttgart-Feuerbach brannte eine Garage aus.

Stuttgart: Polizei meldet weitgehend ruhige Nacht

Auch die Stuttgarter Polizei zog eine positive Bilanz und sprach von einer ruhigen Nacht. Die Menschen hätten sich überwiegend an das Feuerwerksverbot im City-Ring gehalten. Trotz des Verbots sei vereinzelt Feuerwerk auf dem Schlossplatz gezündet worden. Die Polizei nahm den Angaben zufolge mehrere Verdächtige fest. Insgesamt seien 33 Menschen Feuerwerkskörper abgenommen worden. Bei Kontrollen wurden zudem bei drei Menschen Messer gefunden. Zeitweise war der Schlossplatz abgesperrt. Die Einsatzkräfte berichten zudem von drei "Widerstandshandlungen" gegen Polizistinnen und Polizisten.

Stuttgart

Erstmals keine Silvesterparty auf dem Schlossplatz Silvester 2025 in der Region Stuttgart: Hier ist Böllern verboten

Wer Silvester in der Region Stuttgart feiert, muss einiges beachten. Wo sind Böller und Feuerwerke verboten, und was ist erlaubt?

In der Vergangenheit gab es auf dem Schlossplatz eine große Feier mit Feuerwerk und Lichtshow. In diesem Jahr war das Event aus Kostengründen abgesagt worden. Dennoch sicherte die Polizei den Platz ab. Zuvor war sie in Stuttgart-Stammheim im Einsatz. Dort hatten sich linke Aktivisten wie die Jahre zuvor versammelt, um Solidarität mit dort Inhaftierten zu demonstrieren. Laut Polizei waren es rund 60, laut Aktivisten rund 90 Teilnehmende. Zu größeren Zwischenfällen kam es dem Vernehmen nach nicht.

Kreise Ludwigsburg und Böblingen: Wenige Vorfälle

Die Polizeidirektion Ludwigsburg, die neben dem Kreis Ludwigsburg auch für den Kreis Böblingen zuständig ist, meldet kaum größere Vorfälle für die Silvesternacht. "In der Nacht blieb alles im Rahmen und sehr ruhig", sagte ein Polizeisprecher dem SWR. Insgesamt habe man in beiden Kreisen zusammen rund 300 Einsätze gezählt, 180 davon mit Silvester-Bezug. Der größte Zwischenfall ereignete sich in in Korntal-Münchingen (Kreis Ludwigsburg): Dort sind bei einem Brand in einem Mehrfamilienhaus vier Personen durch den Rauch leicht verletzt worden. Sie konnten jedoch ambulant vor Ort behandelt werden. Vier Personen, die wegen des Brandes ihre Wohnungen nicht verlassen konnten, wurden von der Feuerwehr über die Drehleiter gerettet. Die erste Meldung der Feuerwehr, dass sich bei den Löscharbeiten in Korntal auch drei Feuerwehrleute verletzt hätten, nahm sie später wieder zurück.

Das Feuer war im dritten Obergeschoss im Flur aus bislang ungeklärter Ursache ausgebrochen. Mehrere Wohnungen seien unbewohnbar. Der entstandene Schaden werde auf etwa 200.000 Euro geschätzt, teilte die Polizei mit. Außerdem hatte es im Kreis Ludwigsburg in Remseck-Pattonville auf einer Terrasse gebrannt, die Polizei geht von einem geringen Schaden aus. In Ludwigsburg brannte ein leerstehendes Haus, verursacht wohl durch eine Rakete. Der Sachschaden ist noch unklar. Bei diesen beiden Bränden wurde niemand verletzt.

Kreis Esslingen: Arbeitsintensive Nacht für Rettungskräfte

"Es war eine arbeitsintensive Nacht, aber ohne größere Ereignisse", so fasst ein Polizeisprecher die Silvesternacht für den Kreis Esslingen zusammen. Im Esslinger Ortsteil Berkheim setzte ein 22-jähriger Bewohner mit einem Feuerwerkskörper die Außenfassade eines Hauses in Brand setzte. Die Polizei schätzt den Schaden auf rund 15.000 Euro. Die Bewohner mussten das Haus allerdings nicht verlassen. Verletzt wurde niemand. In Nürtingen geriet zudem kurz nach Mitternacht das Mobiliar eines Balkons im Erdgeschoss eines Hochhauses in Brand - verursacht wohl durch eine Rakete. Die Polizei beziffert den Schaden auf 10.000 Euro.

Kreis Göppingen: Betrunkene Autofahrer

Für den Kreis Göppingen meldet die Polizei keine größeren Vorkommnisse. "Es war eine relativ ruhige Nacht" sagte ein Polizeisprecher. Auch bei den Bränden haben sich alles "im Rahmen einer normalen Silvesternacht" bewegt - mal ein brennender Mülleimer hier oder ein Böller in einem Briefkasten dort. In Gammelshausen nahm die Polizei einem 52-Jährigen den Führerschein wegen Trunkenheit ab. Und auf Höhe Kuchen war ein Falschfahrer auf der B10 unterwegs - die Polizei verdächtigt einen ebenfalls alkoholisierten 26-Jährigen, wobei sie dort noch auf Zeugenhinweise hofft, der den Verdacht erhärtet oder entkräftet.

Rems-Murr-Kreis: Drei Brände mit fünfstelligem Schaden

Für den Rems-Murr-Kreis meldet die Polizei keine größeren Vorfällen, so ein Sprecher dem SWR. Bei den insgesamt 34 Einsätzen handelte es sich bei 31 um zumeist kleine Brände. Insgesamt geht die Polizei von einem Schaden in Höhe von rund 150.000 Euro aus. Drei größere Brände infolge von Feuerwerk stechen dabei heraus: In Fellbach stand ein Balkon in Flammen (Schaden etwa 50.000 Euro), in Weissach im Tal ein Schuppen und die Fassade eines angrenzenden Hauses (Schaden etwa 50.000 Euro) und in Backnang ein Fahrzeug (Schaden etwa 30.000 Euro).

Stuttgart

"Besonders leise am Flughafen" 200 Hunde am Buffet: Warum ein Hotel in Stuttgart zu Silvester ausgebucht ist

Böller und Feuerwerk an Silvester bedeuten für viele Tiere Stress. Besonders Hunde reagieren empfindlich. Ein Hotel in Stuttgart bietet Tieren und Menschen einen Rückzugsort.

Landesschau Baden-Württemberg SWR BW

Stuttgart

Erstmals keine Silvesterparty auf dem Schlossplatz Silvester 2025 in der Region Stuttgart: Hier ist Böllern verboten

Wer Silvester in der Region Stuttgart feiert, muss einiges beachten. Wo sind Böller und Feuerwerke verboten, und was ist erlaubt?

Stuttgart

Verletzungen durch Feuerwerk Böllerverbot an Silvester: Das sagen ein Stuttgarter Arzt und ein Pyrotechniker

Nachdem an Silvester Menschen durch Feuerwerk gestorben sind und verletzt wurden, fordern auch Stuttgarter Ärzte ein Verbot. Ein Pyrotechniker plädiert für einen Feuerwerk-Führerschein.

SWR4 BW am Morgen SWR4 Baden-Württemberg

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Fabian Ziehe
Fabian Ziehe

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!