In Aichtal (Landkreis Esslingen) schien die Luft am Wochenende zu vibrieren. Der Grund: Rund 100 Drohnen surrten am Himmel und warteten auf ihren Startschuss bei der "Drone Championship" - ein Wettkampf im Drohnenfliegen. Mit dabei waren Claus Bargenda, 55 Jahre, und sein Sohn Jonas, 15 Jahre. Jonas schaffte es sogar unter die 32 Finalisten des Worldcup-Rennens. Als Erstplatzierter ging der 17-jährige Japaner Yuki Hashimoto vom Platz.
Einer der besten Drohnen-Piloten Deutschlands
"Ich habe vielleicht mehr Erfahrung, aber Jonas hat die bessere Reaktionsgeschwindigkeit", erzählt Claus stolz. Seit knapp einem Jahr fliegt Jonas Drohnen und gehört schon zu den besten 20 Piloten in Deutschland. Die Begeisterung hat er von seinem Vater: Claus ist studierter Elektrotechniker und baut seine Drohnen schon lange selbst. Jetzt hat auch Jonas seine erste selbst zusammengeschraubt. Mit ihr möchte er den Wettkampf gewinnen.
"Es ist ein recht teures Hobby", gibt Claus zu. Auf die "Drone Championship", kurz DCS, haben beide schon eine Weile hingefiebert. "Mir ist wichtig, dass Drohnen nicht immer nur mit Krieg assoziiert werden", erklärt Claus. "Hier geht es um den Sport und den Spaß."
Drone Championship: Wettfliegen durch einen Parcours
Denn auch wenn sich die Pilotinnen und Piloten selbst nicht bewegen müssen, bei der DCS geht es um Geschwindigkeit und Geschicklichkeit. Auf einer Wiese ist ein Parcours aufgebaut, durch den die Pilotinnen und Piloten ihre Drohnen möglichst schnell und sauber lenken müssen. Sie selbst tragen während des Fluges eine VR-Brille, die mit ihrer Drohne verbunden ist - fast, als säßen sie selbst im Cockpit.
Drohnenfliegen als Sport und Erweiterung der eigenen Möglichkeiten
Für Luisa ist gerade diese Perspektive der Reiz am Drohnenfliegen. Für das Turnier ist sie sogar aus Italien angereist. "Für mich ist dieser Sport Freiheit", erklärt Luisa. Sie sitzt im Rollstuhl. "So kann ich mich bewegen, ohne mich zu bewegen. Ich kann sogar fliegen!" Für die Zuschauerinnen und Zuschauer sind die Drohnen während des Fliegens kaum auszumachen - kein Wunder, denn sie fliegen mit bis zu 200 Kilometern pro Stunde durch den Parcours.