Stadt Stuttgart stellt Anzeige

Knapp 50 Schlangen in Wohnhaus - Behörde: "Gröbster Verstoß seit Jahren"

Nach einem Tipp hat das Stuttgarter Veterinäramt fast 50 Schlangen in einem Wohnhaus entdeckt. Bei der Kontrolle waren bereits 13 der Tiere tot.

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Von Autor/in Susanne Kurz

Behörden der Stadt Stuttgart haben nach eigenen Angaben eine "miserable Haltung" von Riesenschlangen in einem Wohnhaus aufgelöst. Es sei der gröbste Verstoß bei der Haltung von Reptilien seit Jahren in Stuttgart, so die Veterinärbehörde. Die Zustände seien katastrophal gewesen.

Verwesungsgeruch schon vor dem Gebäude

Den Angaben zufolge hatte die Stadt Stuttgart einen Hinweis aus der Bevölkerung bekommen. Mitarbeitende der Veterinär- und der Naturschutzbehörde hätten die Haltung dann am Dienstag aufgelöst, wie die Stadt am Freitag mitteilte. Als die Fachleute am Gebäude ankamen, sei ihnen schon Verwesungsgeruch entgegengeschlagen.

13 Tiere waren demnach bereits tot, 34 weitere krank oder ausgehungert. Die größte der toten Schlangen hatte eine Länge von 1,60 Metern. Laut Zwischenbericht des Amtstierarztes sind die lebenden Tiere in teilweise verheerendem Zustand.

Münchener Auffangstation: Schlangen sind nahezu "ausgetrocknet"

Aufgrund der hohen Zahl an Tieren musste Hilfe bei der Auffangstation in München angefragt werden. Denn laut Stadt gibt es nur wenige Einrichtungen, die über die erforderlichen Kapazitäten verfügen. Die Auffangstation für Reptilien München e.V. ist eine der größten Stationen ihrer Art in Europa. Sie nimmt jedes Jahr mehrere tausend Tiere auf, die sie medizinisch versorgt und auch weitervermittelt.

Nach einem Tipp hat das Stuttgarter Veterinäramt fast 50 Schlangen in einem Wohnhaus entdeckt.
Mehrere verwahrloste Riesenschlangen wurden aus einem Haus in Stuttgart geholt.

Von den Experten aus München hieß es, es sei nicht abzusehen, wie viele der Tiere überhaupt überleben werden. "Die Schlangen sind pergamentartig ausgetrocknet. Sie haben sich auf die bereitgestellten Wasserschalen regelrecht gestürzt und verlassen sie gar nicht mehr", so der Leiter der Auffangstation, Markus Baur. Hinzu kämen teilweise Narben, Verletzungen oder Abszesse. Und praktisch alle eingelieferten Patienten litten unter hochgradigem Parasitenbefall.

Jetzt folgen Ermittlungen wegen des Verdachts auf Straftaten gegen den Tier- und Artenschutz. Die Stadt hat den Fall zur Anzeige gebracht.

Appell: Entscheidung für Reptilien gut abwägen

Das Halten von Reptilien erfordert nach Angaben der zuständigen Amtstierärzte einige Sachkunde. Sie appellieren daher an Interessierte, sich vor der Anschaffung eines Reptils eingehend mit den besonderen Anforderungen der Haltung zu befassen und zu prüfen, ob dies dauerhaft leistbar ist.

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Susanne Kurz
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