Stuttgart ist bei einem deutschlandweiten Wettbewerb als "Klimaaktive Kommune 2025" ausgezeichnet worden. Grund: Die Stadt spart in ihrer großen Eishalle - der "Eiswelt" Stuttgart - knapp 250 Tonnen CO2 pro Jahr ein. Das funktioniert, indem die Stadt trotz ungünstiger Voraussetzungen, die Kraft der Sonne nutzt. Dank ihr kann es in der Eishalle dauerhaft kalt sein.
Die Standardmodule waren zu schwer fürs Dach
Um den Strom für die Halle umweltfreundlich zu erzeugen, musste eine Alternative für die Standardlösung gefunden werden. Denn die herkömmlichen Solarmodule wären für das Hallendach zu schwer gewesen. Deshalb setzte die Stadt Stuttgart leichte Photovoltaikmodule ein, die direkt mit dem Dach verschweißt sind. Diese liefern zwar 20 bis 25 Prozent weniger Strom als die herkömmliche Module. Das Dach ist jedoch so groß, dass dieser Nachteil wieder ausgeglichen wird.
Möglich machen das knapp 900 ultraleichte und flexible Solarmodule auf dem Hallendach. Sie bedecken eine Fläche, die etwa so groß ist wie ein Eishockeyfeld und erzeugen rund 260.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Mit dem so erzeugten Strom wird das Eis gekühlt.
Stuttgart will bis 2035 klimaneutral werden
Die außergewöhnliche und preisgekrönte Idee für die Anlage auf dem Dach hat einen guten Grund: Stuttgart will bis 2035 am liebsten alle Gebäude der Stadt klimaneutral haben. Deshalb müsse man mit gutem Beispiel voran gehen und die eigenen, städtischen Gebäude auch klimaneutral machen, sagt Jürgen Görres, der Leiter der Energieabteilung im Amt für Umwelt. "Bei kleineren Liegenschaften hat das schon funktioniert. Jetzt war die Herausforderung, auch komplexere Liegenschaften wie diese Eishalle hier anzugehen."
Eishalle in Stuttgart: Keine fossilen Brennstoffe mehr
Die Eisbahn auf der Waldau in Stuttgart kann mittlerweile komplett auf fossile Brennstoffe verzichten. Denn zusätzlich zur Photovoltaik-Anlage gibt es vier Wärmepumpen. Die entstehende Abwärme der Kältemaschinen wird unter anderem für Heizung und Warmwasser in der Halle genutzt. Sogar die nahegelegene Sporthalle profitiert von der Abwärme. Reicht die Sonnenenergie nicht aus, wird noch Ökostrom zugekauft.
Da wir den ersten Betriebswinter gut geschafft haben, sind wir sehr zuversichtlich, dass die Technik funktioniert.
Stuttgart investiert in klimafreundliche Eishalle
Für die Photovoltaik-Anlage, die Wärmepumpen und nötige Umbauten hat die Stadt Stuttgart 2,65 Millionen Euro in die "Eiswelt" investiert. Vom Bund gab es 270.000 Euro Zuschuss. Außerdem spart die Stadt pro Jahr nach eigenen Angaben Energiekosten für Gas und Strom in Höhe von 122.000 Euro. In rund 22 Jahren soll die Investition damit refinanziert sein.