Ermittler des Landeskriminalamtes haben im Esslinger Stadtteil Oberesslingen mehrere Jugendliche festgenommen. Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe am Dienstag mit. Zwei von ihnen sitzen inzwischen in Untersuchungshaft. Einem der beiden wird Verabredung zum Mord und dem anderen schwerer sexueller Missbrauch eines Kindes vorgeworfen.
Zwei Jugendliche in Untersuchungshaft - zwei wieder auf freiem Fuß
Die vier Jugendlichen zwischen 14 und 16 Jahren sollen eine schwere Straftat geplant haben. "Sie hatten sich verabredet, einen weiteren Jugendlichen abzupassen und gegen ihn gewalttätig zu werden", sagt Michael Weber von der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe. Dabei hätten sie eine Tötungsabsicht gehabt, so Weber weiter. Die Tat konnte laut Generalstaatsanwaltschaft durch die Ermittlungen und die Festnahme am vergangenen Freitag verhindert werden. Alle vier wurden nach der Festnahme einem Haftrichter vorgeführt. Zwei der Jugendlichen wurden auf dessen Anordnung in Untersuchungshaft genommen. Gegen den einen wurde Haftbefehl wegen Verabredung zum Mord erlassen. Das Ziel soll dabei eine jugendliche Person aus dem Umfeld gewesen sein, so der Pressesprecher des Cybercrime-Zentrums gegenüber dem SWR.
Gegen einen weiteren Beschuldigten wurde Haftbefehl wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern erlassen. Zwei weitere Jugendliche wurden nach Abschluss der ermittlungstaktischen Maßnahmen auf freien Fuß gesetzt.
Mit Schlagring unterwegs
Bei der Festnahme im Umfeld einer Schule in Oberesslingen führte einer der Beschuldigten einen Schlagring mit sich, so die Generalstaatsanwaltschaft. Weiter heißt es, dass bei Durchsuchungen im Anschluss mehrere Mobiltelefone und elektronische Datenträger sichergestellt worden seien, diese würden jetzt ausgewertet.
Für Schülerinnen und Schüler in der Umgebung habe während der Festnahme zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr bestanden, erklärte die Generalstaatsanwaltschaft. Sie seien vorübergehend in ihre Klassenzimmer geschickt worden.
Missbrauch im Netz führt zu Ermittlungen
Im Vorfeld hatte es Ermittlungen wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern gegeben. Da dies online passiert sein soll, ermittelte das Cybercrime-Zentrum Baden-Württemberg bei der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe. "Im Rahmen der Ermittlungen wurde erkannt, dass eine reale Gewalttat geplant ist", sagt Michael Weber. "Das hat uns dann zum Einschreiten bewegt."
Laut Weber werden momentan die sichergestellten Mobiltelefone und Speichermedien ausgewertet. Außerdem werden Zeugen vernommen. Weitere Details könne die Generalstaatsanwaltschaft zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht mitteilen, so Weber. Grund dafür sei, dass die Beschuldigten alle minderjährig seien und die Ermittlungen weitergingen.