Wird die Zwiebel das neue Maskottchen von Esslingen oder der "Dicke Turm"? Esslingen am Neckar feiert im kommenden Jahr sein 1250. Jubiläum. 777 wurde Esslingen am Neckar erstmals urkundlich erwähnt. Die Vorbereitungen laufen jetzt schon. Unter anderem möchte die Stadt ein Maskottchen haben. Dazu gab es 2025 einen Wettbewerb unter Bürgerinnen und Bürgern. Die Gewinner-Entwürfe wurden am Montagabend beim Neujahrsempfang präsentiert.
Esslingen: 72 Vorschläge innerhalb von vier Wochen
72 Vorschläge für Maskottchen wurden nach Angaben der Stadtverwaltung innerhalb von vier Wochen eingereicht. Vier wurden am Ende ausgewählt, sie stammen von Naomi Klohn, Sebastian Rapp, Susanne Freudenberg und Ulrike Krauss. Sie zeigen alle im Comic-Stil das Wahrzeichen von Esslingen, den "Dicken Turm", Teil der historischen Festungsanlage. "Wir hatten natürlich selbst sehr viele Ideen", sagt Michael Metzler vom Esslinger Stadtmarketing, "aber fanden das falsch, wenn wir das einfach entscheiden. Die Ideen sollten aus der Bürgerschaft kommen. Und es kamen ja dann auch sehr viele innovative, fast schon herzzereißende Beiträge, auch viele von Kindern!"
"Mehrere Bürgerinnen und Bürger hatten die Idee, dass der "Dicke Turm" das perfekte Maskottchen für Klein und Groß sein könnte", sagt Esslingens Oberbürgermeister Matthias Klopfer (SPD) und freut sich über die Sieger-Entwürfe. Aus denen soll nun final das Maskottchen namens "Turmi" entwickelt werden.
Turmi ist das perfekte Maskottchen!
Was es mit der Zwiebel in Esslingen auf sich hat
Sehr viele der eingereichten Motive drehten sich aber auch um die Zwiebel. Warum eine Zwiebel? In Esslingen gibt es eine Sage dazu. Demnach soll im Mittelalter der Teufel verkleidet als Mensch den Esslinger Wochenmarkt besucht haben. Dort wollte er einen Apfel. Aber eine Marktfrau hat eine Klaue unter seinem Gewand erkannt und wusste: Das ist der Teufel! Folglich gab sie ihm statt einem Apfel eine Zwiebel. Der Teufel biss herzhaft in diese hinein und verschwand fluchend aus der Stadt. Noch auf dem Weg hinaus soll er geschrien haben: "Esslinger, verflucht sollt ihr sein, ab jetzt seid ihr die Zwieblinger!" Soweit die Sage. Fakt ist, dass sie - und damit die Zwiebel - in Esslingen ziemlich beliebt ist. Vereine und Organisationen, beispielsweise der CSD-Verein in Esslingen, nutzen die Zwiebel als Motiv oder in ihrem Logo. Die Jury fand letztlich den "Dicken Turm" aber markanter als Vorlage für ein Maskottchen.
Die Suche nach einem Maskottchen für das Stadtjubiläum 2027 ist Teil einer breiten Bürgerbeteiligung in Esslingen. So konnten Bürgerinnen und Bürger im vergangenen Jahr ein mögliches Motto einreichen, welche Aktion sie sich selbst vorstellen könnten oder was sie sich von der Stadt als Projekt oder Maßnahme wünschen. Bis Ende Oktober waren Vereine und Organisationen, Einrichtungen und Netzwerke, Nachbarschaften und Einzelpersonen aufgerufen, ihre Ideen und Projekte für das Jubiläum einzureichen.
Mit viel Bürgerengagement zum Stadtjubiläum in 2027
Die Resonanz sei überwätigend gewesen, so Marius Osswald, Leiter der Projektgruppe Bürgerengagement in der Esslinger Stadtverwaltung: "Wir haben mit 127 eingereichten Ideen etwa doppelt so viele Anträge erhalten als erwartet", sagt er. Diese müssten jetzt jedoch erst einmal in den einzelnen Bereichen der Verwaltung geprüft werden, das dauere noch an. Ursprünglich wollte Esslingen bis Ende vergangenen Jahres schon über die Ideenauswahl entschieden haben.
Eine Fachjury bewertet die Ideen nun - auch auf Synergieeffekte hin. Denn für die Bürger-Projekte stünden nur 530.000 Euro zur Verfügung, die eingereichten Anträge hätten aber insgesamt ein Volumen von rund zwei Millionen Euro.