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FAQ: Population der Nilgänse in Stuttgart steigt seit Jahren - werden sie zur Plage?

Nilgänse haben sich in der Region Stuttgart in den letzten Jahren stark verbreitet. Wie viele leben in Stuttgart? Sind die gefährlich? Dürfen sie geschossen werden? Ein Überblick.

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Stand

Von Autor/in Loris Hoffmann

Wie viele Nilgänse gibt es in Stuttgart?

Stadtjäger Christian Schwenk betreut das "Gänsemanagement" der Stadt Stuttgart. Dieses Projekt erfasst, wie viele Tiere es gibt und wie die Population reduziert werden kann. Ihm zufolge gibt es bislang keine gesicherte Zahl für die Population in Stuttgart. Aber allein im Schlossgarten in der Innenstadt waren es laut Schwenk im Frühjahr letztes Jahr über 130 Nilgänse, die dort brüteten. Dazu kamen rund 100 Graugänse. In der Spitze seien es somit allein dort insgesamt fast 400 Gänse gewesen.

Werden die Tiere abgeschossen? Ist das innerhalb von Stuttgart möglich?

"Eine Reduktion ist zurzeit nicht notwendig", sagt Schwenk, "es geht darum, die Tiere beispielsweise mit Drohnen zu beunruhigen und auf andere Flächen umzusiedeln." Der nächste Schritt sei jetzt, während der Brut vereinzelt Eier aus den Nestern zu behandeln, damit nicht alle Küken schlüpften. "Die Eier werden davor beleuchtet, um sicherzugehen, dass kein Leben in dem jeweiligen Ei existiert", versichert Schwenk.

Was ändert sich durch das Management von Nilgänsen?

Seit 2025 versucht die Stadt, die Zahl der Tiere im Stadtgebiet zu erfassen. Dabei werden Nilgänse wie auch Graugänse gezählt. Denn beide Arten sorgen laut Schwenk für Probleme in der Stadt. Das Gänsemanagement soll helfen, die Tiere zu erhalten, sie jedoch auf andere Grünflächen umzusiedeln.

Christian Schwenk am oberen Schlossgarten.
Christian Schwenk ist Stadtjäger der Stadt Stuttgart.

Bekämpfen sich Nilgänse und Graugänse untereinander?

"Die zwei Arten lassen sich meistens untereinander in Ruhe", erklärt Schwenk. Lediglich während der Brut komme es vereinzelt zu Attacken. Nilgänse greifen allerdings häufig andere, eher kleinere Vogelarten an. "Die haben in diesen Gebieten dann keine Chance und werden von den Gänsen vertrieben", erklärt Schwenk.

Haben Nilgänse natürliche Feinde?

"In der Stadt haben Nilgänse so gut wie keine Feinde", sagt Schwenk. Füchse oder Waschbären verzichteten wegen des Überangebots an Futter in der Stadt auf Angriffe. Zudem träten die Tiere oft im Verbund, also in größeren Gruppen auf. Das diene zusätzlich zur Abschreckung von Fressfeinden.

Sind Nilgänse gefährlich und was bedeutet die Ausbreitung für andere Tierarten?

"Nilgänse werden oft als aggressiv dargestellt, das ist absoluter Quatsch", stellt Schwenk fest. Gänse, egal welcher Art, verteidigten einfach zunächst ihre Brut. Dafür bräuchten sie Grasflächen, die von den erwachsenen Tieren gegenüber anderen Vogelarten verteidigt würden. Tatsächlich lassen sich viele Nilgänse laut Schwenk sogar aus der Hand füttern.

Baden-Württemberg

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Was ist mit den Hinterlassenschaften? Sind die giftig oder schädlich?

"Eine ausgewachsene Gans hinterlässt fast zwei Kilo Kot am Tag", sagt Schwenk. Die Hinterlassenschaften seien nicht giftig oder schädlich. Aber es sei unangenehm, wenn auf Grünflächen derart viel Kot herumliege. Deshalb seien auch die Beschwerden über Gänse in der Stadt in den letzten Jahren deutlich gestiegen.

Kann man das Fleisch von Nilgänsen essen? Wie schmeckt es?

"Sollte es entgegen der jetzigen Planungen zu Abschüssen kommen, würden die Tiere artgerecht verarbeitet", sagt Schwenk. Das Fleisch schmecke sehr gut und könne ohne Probleme gegessen werden.

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Loris Hoffmann
Porträtfoto von Loris Hoffmann

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