Dem Flughafen Stuttgart drohen Streichungen von Flugverbindungen. Wie der Flughafen bereits bestätigt hat, bietet die Fluggesellschaft Air France ab dem Frühjahr keine direkten Flüge zwischen Stuttgart und Paris mehr an.
TGV und ICE beliebter als Flüge
Das liegt nach Angaben der Airline an den veränderten Marktbedingungen. Wie eine Analyse der Fluggesellschaft zeigt, sei die schnelle Zugverbindung mit dem TGV oder ICE nach Paris für viele Reisende mittlerweile wesentlich beliebter als das Fliegen. Laut Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) gibt es noch einen weiteren Grund für die Flug-Streichung: "Eine weitere Ursache sind aber auch die hohen staatlichen Standortkosten am Flughafen Stuttgart - so etwa die hohen Luftsicherheitsgebühren, die reduziert werden müssen."
Wie der Flughafen Stuttgart bekannt gibt, bleibe für Reisende aus der Region Stuttgart die Anbindung an das weltweite Streckennetz von Air France-KLM und SkyTeam über die Drehkreuze Amsterdam und Kopenhagen weiterhin gesichert. Die Fluggesellschaft KLM soll in der Sommersaison 2026 fünf tägliche Flüge nach Amsterdam und damit Verbindungen zu über 150 Zielen ab Amsterdam anbieten.
Auch Lufthansa denkt über Streckenstreichungen nach
Auch die deutsche Airline Lufthansa denkt über Streckenstreichungen nach. Lufthansa-Airlines-Chef Jens Ritter sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, wenn Verbindungen unrentabel werden, sei man gezwungen, Strecken zu reduzieren und die Flugzeuge woanders einzusetzen. Ritter führt dazu eine Liste von Flughäfen auf, die der Konzern aus betriebswirtschaftlicher Sicht in den Blick nehmen müsse. Zu diesen Flughäfen gehört auch Stuttgart. Die Lufthansa bietet von Stuttgart aus vor allem Zubringerflüge an die Drehkreuze Frankfurt und München an.
Der Lufthansa-Chef kritisiert außerdem, dass die Bundesregierung sich nicht an Ankündigungen zur Entlastung des Luftverkehrs halte. Demnach seien im Haushaltsentwurf für 2026 keine Entlastungen für Flüge ab Deutschland geplant. Im Koalitionsvertrag hatten Union und SPD jedoch vereinbart, die "luftverkehrsspezifischen Steuern, Gebühren und Abgaben" zu senken und "die Erhöhung der Luftverkehrsteuer", die im Mai 2024 in Kraft getreten ist, zurückzunehmen.