Landtag soll sich nochmals mit Flugroute befassen
Der langjährige Konflikt um die im Sommer 2024 beschlossene neue Flugroute am Stuttgarter Flughafen geht weiter. Die Bürgerinitiative "Vereint gegen Fluglärm" hat eine erneute Petition gestartet und fordert neue Verhandlungen.
Die Bürgerinitiative hat die Petition auf der Petitions-Plattform des Landtags von Baden-Württemberg eingereicht, weil sie möchte, dass sich der Landtag nochmals mit der Flugroute beschäftigt. Vor der Entscheidung zur neuen Flugroute gab es bereits Online-Petitionen. Damit der Landtag sich mit dem Thema befasst, muss die Petition bis Mitte Dezember mindestens 10.000 Unterschriften bekommen.
Bürgerinitiative: Kompromisslösung morgens werde nicht eingehalten
Die zentrale Kritik der Bürgerinitiative: Die getroffene Kompromisslösung, in den frühen Morgenstunden zwischen 6 und 8 Uhr die neue Flugroute auszusetzen, um die Anwohnerinnen und Anwohner zu schonen, werde nicht eingehalten.
Die Initiative fordert das Verkehrsministerium deshalb dazu auf, mit den Fluggesellschaften über die Entlastung der Kommunen zu verhandeln, die durch die veränderte Flugroute vom Lärm betroffen sind. Deswegen sei auch ein Brief an den Nürtinger Gemeinderat sowie an Filderstadts Oberbürgermeister Christoph Traub (CDU) als Mitglied der Fluglärmkommission gegangen. Aus den Filderstädter Stadtteilen Harthausen, Bonlanden und Plattenhardt werden seit Einführung der alternativen Flugroute vermehrt Beschwerden gemeldet, so die Stadtverwaltung Ende 2024.
So laut ist die neue Flugroute
Mit der alten Flugroute drehten Flugzeuge, die in Richtung Osten vom Stuttgarter Flughafen abflogen, erst über den Fildern ab. Mit der neuen Flugroute sparen sich die Flieger diesen Umweg und können schon früher drehen. Für Bewohnerinnen und Bewohner in Wolfschlugen, Nürtingen, Neuhausen, Aichtal und Denkendorf (alle Kreis Esslingen) bedeutet das mehr Fluglärm.
Fluglärm wird laut dem Umweltbundesamt ab etwa 40 Dezibel nachts als gesundheitsschädlich eingestuft, da er Schlafstörungen und ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko verursachen kann. Tagsüber gilt Fluglärm ab 55 Dezibel als Lärmbelästigung, und ab 65 Dezibel gilt er als stark gesundheitsschädlich. Während der Testphase für die neue Flugroute seien regelmäßig zwischen 50 und 60 Dezibel gemessen worden, so die Initiative damals mit Verweis auf das Fluglärmmonitoring Baden-Württemberg.