Mehrere Städte im Kreis Esslingen versuchen aktuell mit Hilfe eines privaten Unternehmens, Hundehalter ausfindig zu machen, die ihre Vierbeiner nicht angemeldet haben. Das Unternehmen macht unter anderem Hausbesuche in Plochingen und Wernau. Wer seinen Hund nicht angemeldet hat, riskiert Nachzahlungen und möglicherweise auch ein Bußgeld.
Plochingen: Über 100 nicht angemeldete Hunde entdeckt
In Plochingen übernimmt die Springer Kommunale Dienste GmbH aus Aachen die sogenannte Hundebestandsaufnahme. Diese hatte bereits 2018 im Auftrag der Stadt überprüft, wie viele Hunde tatsächlich gehalten werden. Damals wurden 73 unangemeldete Hunde entdeckt, teilte die Stadtverwaltung mit. Da immer noch vergleichsweise wenig Hunde angemeldet sind, hat die Stadt nun einen neuen Anlauf gestartet. Dabei wurden bereits 38 Hunde nachgemeldet.
Noch vor den durch das Unternehmen durchgeführten Hausbesuchen hat die Plochinger Stadtverwaltung Hundehalterinnen und Hundehalter aufgefordert, ihre Tiere anzumelden. Die Stadt will nicht von einer "Gnadenfrist", sondern vielmehr von einer "Chance" sprechen. Allerdings könnten nach Ablauf der Frist neben einer rückwirkenden Steuerfestsetzung auch Bußgeldverfahren geprüft werden, heißt es.
Unternehmen macht Hausbesuche
Als nächsten Schritt soll die Firma Springer ausgewählte Haushalte aufsuchen. Wohnungen würden dabei nicht betreten, Bewohnerinnen und Bewohner lediglich befragt. Die Auskunft sei freiwillig. Von der Stadt erhalte das Unternehmen nur Daten wie Name, Straße und Hausnummer.
Nach Angaben der Stadt gehe es dabei nicht in erster Linie um Mehreinnahmen für die Stadtkasse. Ziel der Stadt sei es vielmehr, dass möglichst alle Hundehalter ihrer Steuerpflicht nachkommen und somit nicht die ehrlichen für andere mitzahlen müssen.
Voting: Ihre Meinung ist gefragt
Hundesteuer in Wernau erhöht
Auch Wernau nimmt aktuell die Dienste des Aachener Unternehmens Springer in Anspruch - und das nicht zum ersten Mal. Schon 2016 und 2017 hatte die das Unternehmen beauftragt. Auch hier schrieb die Stadtverwaltung zunächst alle Haushalte an. Nicht angemeldete Hunde konnten freiwillig nachgemeldet werden. Danach machte das Unternehmen stichprobenweise Hausbesuche.
Die Hundesteuer wurde in Wernau zum 1. Januar 2026 erhöht. Sie beträgt 156 Euro laut Stadtverwaltung für den ersten Hund, 312 Euro für den zweiten und 780 Euro für einen Listenhund. Der Haushaltsplan 2026 weist in Wernau ein Defizit von rund 4,3 Millionen Euro aus.
Stadt Ostfildern: Keine Beschwerden von Hundehaltern
Auch Ostfildern ließ den Hundebestand bereits überprüfen, nachdem das Verhältnis von Hundehaltungen zur Einwohnerzahl in mehreren Stadtteilen unter dem Durchschnitt lag. Nach Angaben der Stadt gab es keine Beschwerden. Auch in Ostfildern zahlen Halter pro Jahr 156 Euro für den ersten Hund.