Müllwerker Torsten Gall und seine Kollegen sind auf dem Weg zum Stuttgarter Frühlingsfest. Während des rund dreiwöchigen Fests sind die Beschäftigten des städtischen Entsorgungsbetriebs Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS) jede Nacht ab 1:30 Uhr im Einsatz auf dem Festgelände. Wo sonst täglich bis zu 160.000 Menschen feiern, ist um diese Zeit kaum jemand außer ihnen. Dann sind sie damit beschäftigt, das Festgelände so sauber zu machen, dass Stunden später erneut viele Menschen ausgelassen feiern und Spaß haben können.
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Am Samstag hat das 86. Stuttgarter Frühlingsfest begonnen. Wie finde ich mich zwischen Riesenrad und Autoscooter zurecht? Was kostet die Maß Bier? Und was, wenn was passiert?
Die Müllmenge steigt zum Wochenende
Torsten Gall weiß, wo besonders viel Arbeit auf ihn und seine Kollegen wartet: "die Fruchtsäule, die Unterführungen, die 'Hall of Fame' - überall, wo die Eingänge zum Wasen sind". Denn weil die Besucherinnen und Besucher ihre Flaschen nicht mit auf das Gelände nehmen dürfen, würden sie diese oft noch vor den Eingängen auf den Boden schmeißen, sagt Torsten Gall. Unter der Woche werde der Müll immer weniger, zum Wochenende hin nehme die Menge entsprechend zu.
Anwohner sind von Laubbläsern genervt
Auf dem Rücken tragen einige aus seinem Team Geräte, die an Laubbläser erinnern. "Wir blasen alles runter, sodass die Kehrmaschine drüberfahren kann", sagt der Müllwerker. Doch die Geräte machen Krach. Das führe zu Beschwerden von Anwohnerinnen und Anwohnern aus dem Wohngebiet in der Nähe des Festgeländes. Torsten Gall und seine Kollegen seien zu laut, sie sollten morgens nicht bereits so früh mit der Arbeit beginnen.
Ärger mit schlafenden Obdachlosen
An anderer Stelle, bei der sogenannten "Hall of Fame" unter der König-Karls-Brücke, schlafen Obdachlose. "Wir wurden schon angegangen, gerade bei der 'Hall of Fame', da schlafen auch welche. Die haben sich beschwert, dass wir zu viel Lärm machen und wurden dann halt aggressiv." In dieser Situation hätten er und sein Team die Polizei benachrichtigt.
Erfolgserlebnis trotz harter Arbeitsbedingungen
Torsten Gall und sein Team treffen teils auch auf Menschen, die zu viel getrunken haben. Auf die Frage nach seinem schlimmsten Erlebnis antwortet er: "Als ich über einen drübergeflogen bin, der im eigenen Sabber lag - also von oben bis unten zugestrahlt." Und auch nach vielen Einsätzen auf dem Festgelände empfinde er den Urin-Geruch noch immer als unerträglich, an ihn gewöhne er sich absolut nicht, sagt Torsten Gall. Trotz aller widrigen Arbeitsbedingungen empfinde er es als herrlich, wenn nach seiner Schicht alles wieder sauber sei und er das Gefühl habe, etwas erreicht zu haben: "Die Leute kommen, es ist sauber. Und dann sind auch wir zufrieden."