Stadtgeschichte

Was vor 50 Jahren in Filderstadt passiert ist, das damals Filderlinden hieß

Am 1. Januar 1975 sind viele Gemeinden in BW ganz neu entstanden. Der Grund dafür: Die Gemeindereform. Was es damit auf sich hat und warum man die Folgen in Filderstadt bis heute spürt.

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Stand

Anfang Januar 1975 reduzierte sich die Zahl der Gemeinden in Baden-Württemberg von über 3.000 auf 1.111. Das Ziel damals: weniger Bürokratie - auch wenn das aus heutiger Sicht schwer zu glauben ist. Damals wurde die kommunale Verwaltung, wie zum Beispiel das Verkehrswesen, zunehmend komplizierter. Deshalb wurden nach und nach in allen Bundesländern kleine Städte und Dörfer zusammengelegt. Unter anderem entstand aus fünf Gemeinden auf den Fildern im Kreis Esslingen das heutige Filderstadt.

Fünf Dörfer zu einer Gemeinde

In einer SWR-Umfrage von 1974 scheint der Zusammenschluss die Menschen der fünf Gemeinden eher weniger zu interessieren. "Die Herren machen doch eh, was sie wollen", sagt eine Bürgerin. Eine andere scherzt: "Wir haben da mal drüber nachgedacht und haben einen witzigen Namen gefunden: BeHaSiBoPla". Eine Kombination aus den Anfangsbuchstaben der fünf Gemeinden Bernhausen, Harthausen, Sielmingen, Bonlanden und Plattenhardt.

Filderstadt hieß eigentlich Filderlinden

Die Namensfindung ist bis heute umstritten. Tatsächlich wurde Filderstadt zuerst Filderlinden genannt. Denn den Namen Filderstadt hätten auch die Nachbargemeinden gern gehabt, so der Oberbürgermeister von Filderstadt, Christoph Traub (CDU). Deshalb sollten alle Gemeinden auf den Namen verzichten. Doch das damalige Filderlinden hielt sich nicht an die Abmachung und benannte sich nach einigen Monaten nochmals um. "Was uns teilweise in Leinfelden-Echterdingen, aber maßgeblich in Ostfildern vorgehalten wird", sagt der Oberbürgermeister.

OB Christoph Traub
Christoph Traub (CDU) ist seit 2015 Oberbürgermeister von Filderstadt.

OB Traub: "Das Ergebnis ist heute sehr positiv"

Laut Oberbürgermeister Traub ist der Anfang von Filderstadt keine leichte Zeit gewesen. "Die fünf Gemeinden waren sehr selbstbewusste Gemeinden. Aber das Ergebnis heute ist sehr positiv". Der Zusammenschluss sei von großem Vorteil für die Gemeinde. "Zum Beispiel den S-Bahn-Anschluss, den hätte Berhausen alleine womöglich nicht erhalten", sagt Traub. Auch das Filderado oder die Filharmonie seien durch den Zusammenschluss erst möglich gewesen. Genauso gäbe es viele Bildungs- und Freizeitangebote in einzelnen Dörfern vermutlich nicht.

Eine Gemeinde oder fünf einzelne Dörfer?

Richtig zugehörig zu Filderstadt fühlen sich trotz aller Vorteile nicht alle Bürgerinnen und Bürger. "Filderstadt sind meiner Meinung nach fünf Dörfer", sagt eine der Anwohnerinnen. "Ich bin natürlich Bernhauser, aber Filderstadt wird schon kommen", sagt ein anderer. Er sieht gute Chancen, dass sich die Leute in ein paar Generationen als Filderstädter fühlen werden. "Ich denke schon, dass die Bevölkerung das immer mehr annimmt, dass Filderstadt eine Stadt ist, wo alle Orte zusammen gehören", sagt ein weiterer Bürger.

Im nächsten Sommer soll der Zusammenschluss mit einem großen Fest gefeiert werden. Das Motto lautet: "Zusammen wachsen, zusammen feiern"

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