Mitspieler: "Habe den Puls gefühlt und gemerkt, da ist nichts"
Es war ein Schockmoment am vergangenen Sonntag in Fellbach-Oeffingen (Rems-Murr-Kreis). Während des Kreisliga-Spiels des TV Oeffingen gegen den TSV Rudersberg kollabiert ein Fußballer aus Rudersberg in Spielminute 35. Einer seiner Mitspieler beginnt sofort mit der Reanimation.
"Ich habe ihn versucht anzusprechen und habe auch den Puls gefühlt und gemerkt, dass da nichts ist. Dann habe ich direkt angefangen mit der Herzdruckmassage", erzählt Sebastian Pfuhl vom TSV Rudersberg. Mal atmet der 30-Jährige, mal nicht. Dann läuft er blau an. Sofort beginnen weitere Maßnahmen, um den Spieler zu retten: Einer wählt den Notruf. Ein anderer holt den Defibrillator und der Betreuer der Heimmannschaft übernimmt.
"Herzmassage, dann Mund-Nasen-Beatmung, gleichzeitig wurde auch der Defi aktiviert, am Telefon war auch die Leitstelle vom Roten Kreuz und hat Anweisungen gegeben. Dann haben wir weitergemacht und nach ein paar Minuten waren alle froh, dass er wieder Atmung hatte", sagt Jürgen Beier vom TV Oeffingen.
Weitere Ersthelfer kommen dazu, die per App benachrichtigt wurden. Auch der Notarzt trifft ein. Der 30-Jährige wird schließlich in ein Krankenhaus gebracht. Er überlebt dank einer schnellen Kette an Maßnahmen, die mit dem beherzten Eingreifen von Sebastian Pfuhl begonnen hatte. "Mein letzter Ersthelferkurs war mit dem Führerschein, vor 13 Jahren, leider", sagt Pfuhl.
Deutsches Rotes Kreuz: Alle zwei Jahre eine Fortbildung in Erster-Hilfe
Seine Kenntnisse in Erster-Hilfe sollte man laut dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) regelmäßig auffrischen. Alle zwei Jahre, empfiehlt das DRK. Generell gilt: Handeln ist immer besser, als nichts zu tun. Heißt: Notruf wählen und die Person ansprechen. "Wenn die Person nicht reagiert, leicht an den Schultern schütteln, nicht wehtun, erklärt Beate Wichtler vom DRK Rems-Murr.
Wenn keine Reaktion komme, den Kopf überstrecken und die Atmung kontrollieren. "Es kann sein, dass allein durch das Überstrecken des Kopfes die Atmung wieder erleichtert ist." Wenn keine Atmung vorhanden sein sollte, erfolge die Reanimation, die Wiederbelebung, so Wichtler.
Spieler des TSV Rudersberg erholt sich nach Herzinfarkt
Bei den Rudersbergern sitzt der Vorfall auch Tage nach dem Kreisliga-Spiel noch tief. Statt Training hieß es am Dienstag - Seelsorgerbesuch. "Es war eine bedrückte Stimmung, aber jeder war für jeden da", erzählt Spieler Kevin Herbst. "Wir haben ein Bild für ihn geschossen mit seinem Trikot, dass er weiß und sieht, dass wir an ihn denken." Nach seinem Krankenhaus-Aufenthalt soll sich der 30-Jährige in einer Reha von dem Herzinfarkt erholen. Für beide Vereine war die Geschichte ein Weckruf - beide haben Erste-Hilfe-Kurse angekündigt.