Drei Viertel der Beschäftigten sind Menschen mit Behinderung

Elektronikfirma Intec aus Besigheim ist anerkanntes Inklusionsunternehmen

In Besigheim (Kreis Ludwigsburg) beschäftigt die Elektronikfirma Intec viele Menschen mit Behinderung. Ein Positivbeispiel für erfolgreiche Inklusion in der freien Wirtschaft.

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Von Autor/in Andy Dangel

In den Sommerferien berichten wir bei SWR Aktuell Fernsehen in unserer Serie über das Thema Inklusion und begleiten dabei Menschen mit verschiedensten Beeinträchtigung.

Die Firma Intec in Besigheim (Kreis Ludwigsburg) ist eins von über 90 anerkannten Inklusionsunternehmen in Baden-Württemberg und beschäftigt mehrheitlich Menschen mit Behinderung.

Positivbeispiel für erfolgreiche Inklusion in der freien Wirtschaft

Bei Intec dreht sich alles um Elektronik, Elektro- und Datentechnik. Drei Viertel der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen haben eine Behinderung. Egal ob körperliche, geistige oder seelische Beeinträchtigung - die Firma Intec gibt vielen Menschen einen Arbeitsplatz. Dabei ist es als Mensch mit Behinderung heutzutage schwer, einen Job in der freien Wirtschaft zu finden.

Mit einem kleinen Schraubenzieher befestigt ein Mann ein Schraube an einem elektronischen Gehäuse.
Die Elektronikfirma Intec in Besigheim (Kreis Ludwigsburg) ist eins von über 90 anerkannten Inklusionsunternehmen in Baden-Württemberg.

Erfolgsrezept bei Intec: Tandem-Prinzip

Intec bekommt zwar Eingliederungs- und Lohnkostenzuschüsse, Gewinne muss das Unternehmen trotzdem erwirtschaften. "Das funktioniert!", sagt Geschäftsführer Martin Link im SWR-Interview. Arbeitszeiten und Tätigkeiten werden auf die Möglichkeiten der Mitarbeiter abgestimmt. Außerdem bekommen die Menschen mit Behinderung volle Unterstützung von den Kolleginnen und Kollegen ohne Behinderung. Martin Link nennt es liebevoll das "Tandem-Prinzip“. Zwei Personen sitzen auf einem Fahrrad und jeder gibt sein Bestes.

Beim Tandem tritt jeder in die Pedale mit den Kräften und Möglichkeiten, die er in sich trägt. Gemeinsam kommt man voran.

Glückliche und zufriedene Mitarbeiter

Hella Uhl ist seh- und hörbehindert und hat eigentlich mal Korbmacherin gelernt. In Besigheim bei Intec arbeitet sie an Kabelbäumen für eine Audiotechnik-Firma. Sie schätzt vor allem das Vertrauen, welches ihr der Arbeitgeber entgegenbringt. Sie kann das tun, was sie kann und mag. Und wenn etwas nicht gleich funktioniert? "Dann findet man Mittel und Wege, dass es klappt!", sagt sie im Gespräch mit dem SWR.

Eine Mitarbeiterin der Firma Intec bei der Arbeit. Sie arbeitet konzentriert an Kabelbäumen für eine Audiotechnik Firma.
Technik macht ihr Spaß, sagt Mitarbeiterin Hella Uhl. Hier arbeitet sie mit Kabelbäumen.

Auch Edon Demi schätzt, dass die Firma Rücksicht auf sein Handicap nimmt. Seit einem schweren Autounfall kann der gelernte Einzelhandelskaufmann nur noch weniger als drei Stunden am Tag arbeiten. Seit vier Jahren ist er im Unternehmen und nach wie vor zufrieden und froh, seinen Platz bei Intec gefunden zu haben.

Mitarbeiter Edon Demi von der Firma Intec in Besigheim begutachtet mit dem Werkstattleiter Herr Brenner ein Arbeitsstück
Mitarbeiter Edon Demi (links) begutachtet mit Werkstattleiter Herr Brenner (rechts) ein Arbeitsstück.

Wenn der Chef das Essen ausgibt: Arbeit auf Augenhöhe

Dass man sich bei Intec in Besigheim auf Augenhöhe begegnet, sieht man auch in der Mittagspause. Die Belegschaft sitzt gemeinsam an Tischen und isst. Die Ehefrau von Geschäftsführer Martin Link hat gekocht. Und der Chef? Der steht höchstpersönlich an der Essensausgabe und verteilt Fleischkäse mit Kartoffelsalat.

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Autor/in
Andy Dangel
Reporter/in
Markus Frank

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