Das Stuttgarter Landgericht hat sechs junge Leute wegen verschiedener Straftaten verurteilt. Dazu gehört ein Überfall im vergangenen November im Stuttgarter Stadtteil Bad Cannstatt. Verurteilt wurden sie wegen gefährlicher Körperverletzung, besonders schweren Raubs und wegen Wohnungseinbruchsdiebstahl. Den ursprünglichen Vorwurf der Staatsanwaltschaft, wonach es sich um versuchten Mord handelte, sah das Gericht nicht als erwiesen an.
Fünf von ihnen waren zum Zeitpunkt der Taten noch Teenager, die Jüngste war gerade einmal 14 Jahre alt. Diese fünf Angeklagten wurden alle nach dem Jugendstrafrecht verurteilt: Zwei junge Männer aus der Gruppe erhielten Bewährungsstrafen zwischen 1,5 und 2 Jahren. Die zwei jungen Frauen wurden zu jeweils 3 Jahren Haft und ein weiterer Mann zu 4,5 Jahre verurteilt.
Der sechste und älteste aus der Gruppe war zum Zeitpunkt der Tat bereits 25 Jahre alt, er wurde nach Erwachsenenstrafrecht zu acht Jahren Haft verurteilt.
Einbruch: Wohnungsinhaber mit Brecheisen schwer verletzt
Nach Überzeugung des Gerichts klingelten fünf der Jugendlichen im November an einer Wohnung in der Bahnhofstraße in Bad Cannstatt. Zwei aus der Gruppe kannten demnach den Wohnungsinhaber. Als dieser öffnete, seien die jungen Frauen und Männer in die Wohnung eingedrungen. Laut Urteil hatten sie es auf Bargeld und Wertgegenstände abgesehen. Das 35-jährige Opfer wehrte sich zunächst erfolgreich.
Doch dann eskalierte die Situation offenbar: Der 25-Jährige soll dem Mann mit einem mitgeführten Brecheisen mindestens vier Mal auf den Rücken und auf den Kopf geschlagen haben. Der Mann wurde dabei schwer verletzt. Mit rund 3.000 Euro sollen die jungen Leute dann aus der Wohnung geflohen sein.
Weitere Vorwürfe: Trickbetrug und Einbruch
Bereits im August 2024 sollen drei der Verurteilten eine Frau aus Oberndorf am Neckar (Kreis Rottweil) betrogen haben. Die Staatsanwaltschaft warf ihnen vor, die 81-Jährige so weit gebracht zu haben, dass sie den jungen Männern Bargeld und Wertgegenstände im Wert von rund 3.000 Euro übergab.
Rund drei Wochen später soll dasselbe Trio in Waldbrunn (Neckar-Odenwald-Kreis) aktiv geworden sein. Zwei der Männer sollen dabei als falsche Polizeibeamte aufgetreten sein, um an Wertgegenstände einer 75-jährigen Frau zu kommen. Das funktionierte zunächst offenbar nicht.
In der folgenden Nacht seien die zwei Männer in das Haus der Frau eingebrochen. Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass sie zwei dort wohnende Personen geschlagen, überwältigt und gefesselt haben. Mit knapp 1.000 Euro seien sie dann geflüchtet. Der dritte Verurteilte habe vor der Tür mit einem Auto gewartet.